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Regierung. Fährt er durch die Stadt, so sprengen Soldaten vor ihm her und berittene Officiere begleiten den Wagen. Die Wachposten treten ins Gewehr; in mangelhafter und ganz verschiedener Uniform stehen die Soldaten in einem Glied und erweisen dem Commandirenden die Ehrenbezeigung. Einer in weissem Zwilchanzug, der nächste mit einem grünlichen, dann wieder Einer mit einem blauen Rock; Einige in Pantoffeln, Andere i:r Schuhen: es ist eine zusammengewürfelte Gesellschaft.
Alles grüsst den Marschall. Vor den Kaffeehäusern erheben sich die Gäste, der Nargileh wird weggestellt, die Tric- Trac- oder die Dominopartie unterbrochen. Seine Excellenz findet all’ das ganz natürlich, theilnahmslos blickt er in die Menge, ohne die Grüsse zu erwidern.
Alle Freitage und Sonntage versammelt sich die schöne Welt in dem Pinienwäldchen; innerhalb der türkischen Grenze spielt die türkische Musik, jenseits die libanesische. Zu Wagen und zu Pferd kommt die Elegance der Stadt und nimmt an den Tischen der Kaffeehäuser Platz. Nargilehs werden herbeigeschafft, Getränke verschiedener Art servirt, und zu diesen rohe Salatblätter. Im eigenen Kiosk sitzt auch der Commandirende, er empfängt Besuche, macht eifrige Con- versation und schlägt mit dem Nargilehschlauche nach den Fliegen, die ihn molestiren.
Ausserhalb der Einzäunung, in offenen Wagen halten türkische Frauen, manchmal lüften sie verstohlen ihre Schleier, um besser ihre Neugierde zu befriedigen.
Einen Nachmittag benützten wir zu einem Ausflug an die Mündung des Hundsflusses, Nähr es-Kalb. Längs der Georgsbucht führt die elende Strasse zwischen dichten Maul- beerculturen. Erst in der Nähe des Flusses reichen nackte Kalksteinfelsen bis ins Meer, noch weit hinaus Klippen bil-
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