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von Lusignan, den König von Jerusalem, mit ihr. Katharina Cornaro, die Witwe und Erbin eines Nachkommen der Lusignan, trat die Insel an Venedig ab, das sich bis zum Ende des 16. Jahrhunderts im Besitze derselben erhielt.
Seinerzeit dicht bewaldet, sind nunmehr alle Berge kahl, die Niederungen wohl fruchtbar, aber ungesund.
Bald verliess die „Minerva“ die Rhede wieder; unsere Verspätung soll nach Thunlichkeit eingebracht werden. Der Cours geht längs der Küste, welche von hohen Bergen überragt ist. Wenig Ortschaften zu sehen: Limasol war im Nebel versteckt, Cap Gatti springt weit ins Meer vor, dann war noch Paphos zu sehen.
19. April. Die Küste Kleinasiens in Sicht. Hohe schroffe Berge mit beschneiten Gipfeln: es ist der Golf von Adalia mit dem Cap Chelidonia, dahinter die Tauruskette.
Ein starker Wind kräuselt die blaue See, in weissen Spitzen brechen sich die Wellen, es ist wundervoll schön. Das Schiff fährt trotzdem ruhig. Gegen Nachmittag erreichten wir Rhodus, dessen zackige Formen wir schon mehrere Stunden vor uns hatten. Im Alterthum war es durch seine Seemacht berühmt, später war hier des Aeschines Rednerschule. Im Jahre i3og eroberten die Johanniter die Insel, welche ihnen im Jahre 1522 nach tapferster Gegenwehr durch Verrath genommen wurde. Crenelirte Festungsmauern umgeben die Stadt. Starke Thürme erheben sich über den Thoren und auf den Hafendämmen. Doch Alles ist Ruine, iUles Verfall; der Hafen versandet, kann kaum grössere Fahrzeuge aufnehmen, die Mauern und Thürme zum Theile eingefallen. Ein Erdbeben hat viel zerstört, eine grosse Pulverexplosion im Jahre 1856 hatte den Einsturz der Johanniterkirche und des Grossmeisterpalastes zur Folge. Ein Gang durch die Stadt ist dennoch von grossem Interesse. An vielen Häusern, an Mauern