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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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22. April. Der Tag wurde den Bazaren gewidmet, wir wollten Teppiche ansehen und kaufen, doch war der Oster­montag sehr hinderlich; alle christlichen .Kaufleute, und diese sind in der Mehrheit, hatten ihre Läden geschlossen. Einzelne Türken hatten sie offen, viele von ihnen haben aber ebenfalls Feiertag gemacht, denn auch die Mehrzahl der Käufer sind Christen, und es entwickelt sich daher kein Geschäft. So sehen wir denn wenig Teppiche. Die alten in ihren schönen Farben und Zeichnungen schlagen Alles, was jetzt gemacht wird. Die neuen Farben sind grell; es fehlt der Schmelz, den vielleicht zum Theile eben das Alter gibt. Dagegen sind die Dimensionen der jetzigen Fabrikate den europäischen Be­dürfnissen mehr entsprechend, die Länge steht mit der Breite in dem Verhältnisse, wie man es bei uns braucht.

Neben Smyrnaer Teppichen und solchen aus der näch­sten Umgebung, worunter die von Pergamon wieder die schönsten, bietet der Markt Gewebe aus Persien und Bo- khara. Manche sind glatt und weich wie Sammt und glänzen wie Seide, andere wieder sind langhaarig, mit grelleren Far­ben. Jeder Teppich hat eine andere Zeichnung, man findet niemals zwei gleiche, und staunen muss man über die farben­reiche Erfindungsgabe des Orientalen ; es ist keine Handarbeit mehr, es ist das Malen eines Bildes, das wir in diesen Stoffen bewundern.

Der warme schöne Abend lockte halb Smyrna an den Hafen. Die Frauen, auffallend viel starke Gestalten in grellen Farben, europäisch gekleidet, haben sehr schöne Augen, sonst habe ich von der berühmten Schönheit der Smyrniotinnen nichts wahrgenommen.

23. April. Spiegelglatt ist die See und ladet zur Fahrt ein. Wir schiffen uns auf der Iris, einem kleinen Lloydschiffe, ein, zur Ueberfahrt nach Piräus. Werden wir je nach Asien