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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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Kalkstein, welcher, 277 Meter über dem Meere gelegen, um 120 Meter höher als die Akropolis ist. Ein Fussweg führt im Zickzack auf den Gipfel, auf welchem sich eine kleine K apelle, dem heiligen Georg geweiht, befindet. Zu unseren Füssen breitet sich die Stadt aus mit ihren modernen Häusern und geraden .Strassen. Einige öffentliche Gebäude heben sich durch ihre Grösse ab. An das königliche Schloss schliesst sich der Schlosspark in beträchtlicher Ausdehnung an. Die Rand­bäume sind vom dichten Staube grau, im Innern ist es aber frisch und grün. Jenseits der Stadt das Denkmal der alten Zeit, das Wahrzeichen griechischer Grösse, die Akropolis, darüber hin der Hügel Museion mit dem Denkmale desPhilo- pappos, rechts der Nymphenhügel mit der Sternwarte; jen­seits der Ebene die Höhe von Munichia zwischen der Seebad- ansiedlung und der Hafenstadt, und nun das blaue Meer mit seiner Inselwelt, Salamis, Lausa, Aegina, Poros, Hydra u. s. w. und den Küsten Attikas und des Peloponnes, lauter blaue Berg­rücken, zwischen denen das Meer immer wieder sichtbar wird. Gegen Norden, Osten und Westen die hohen Berge, in schar­fen Linien sich vor dem klaren Horizonte abhebend; die Aus­sicht ist prachtvoll schön.

25. April. Wir beginnen unsere Wanderung durch das alte Athen. Die ältesten Ansiedlungen waren um den Hügel Museion, dann wurde die Akropolis die feste Burg, endlich ward diese der heilige Bezirk, der Ort der Götterverehrung und des öffentlichen Lebens, dadurch auch der Mittelpunkt der Stadt, welche um dieselbe entstand. Hadrian erweiterte sie dann noch gegen Osten. Mehr oder weniger erhaltene Baudenkmale, Reste von Grundmauern bezeichnen die ver­schiedenen Epochen der Geschichte. Seitdem das römische Reich zerfiel, wurde im alten Athen nichts mehr geschaffen, nur mehr zerstört. Die Gothen nahmen es ein, dann verfiel es