noch erhalten ist, schloss den Bau gegen Süden. Die Bühne war vollkommener eingerichtet, man sieht die Vertiefung, in welcher der Vorhang heruntergelassen wurde. Die Sitzreihen sind weniger gut erhalten, waren wohl auch nie so reich. Zahlreiche Statuen und Säulenfragmente bedecken den Boden dieser drei Bauwerke, die erst in den letzten zwanzig Jahren aufgedeckt wurden.
Nun steigen wir aber hinauf zur Akropolis selbst. Das sich steil erhebende Felsplateau wurde ursprünglich wohl als befestigter Punkt benützt, erst später entstanden die Tempel. Jeder Krieg führte den Berg seiner natürlichen Bestimmung wieder zu. Jeder Sieg liess ein neues Gotteshaus entstehen, während so manche Säule, so mancher behauene Stein älterer Tempel, in die Umfassungsmauer eingefügt, zur Uneinnehmbarkeit des Bezirkes beitrug. Schon unter Pisistratus war die Akropolis mit Tempeln und Opferstätten bedeckt, die jedoch während der Perserkriege fast vollständig wieder zerstört wurden. Unter Perikies, im goldenen Zeitalter der Baukunst, Bildhauerei und Dichtung, entstanden all’ die Tempel, deren grossartige Ueberreste heute noch den Anziehungspunkt von Athen bilden. Die Akropolis ward zum Heiligthume. Tempel reihte sich an Tempel. In verschwenderischer Pracht erhoben sich Säulen, Statuen, Karyatiden, wurden die Bilder der Götter aus dem Steine geschnitten, wurden ihnen Weihgeschenke aller Art gewidmet. Hier fügten Iktinos und Mnesikles die mächtigen Blöcke zum harmonischen Ganzen; hier hauchte Phidias dem todten Steine Leben ein. Hier endlich dichteten Sophokles und Euripides während dieser Blüthezeit der Kunst. Der Göttin Pallas Athene, als Göttin der Stadt, der Heilenden, der Siegreichen, der Jungfrau, der Göttin der Handarbeit wurden die Tempel errichtet, deren classische Ueberbleibsel alle An-