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28. April. Der Sonntag war dem Schreiben und der Geselligkeit gewidmet. Graf F. d’O., der italienische Gesandte, ein Jugendfreund meines Schwiegervaters, der seine Studien in Prag gemacht hatte, lud uns auf ein Risotto milanese ein. Mit der ganzen Lebhaftigkeit des Italieners würzte er das Mahl mit Erzählungen von seinen vielen Reisen. Er war in China und Japan und früher in Brasilien Gesandter.
Nach dem Gabelfrühstück führte er uns in einen Garten in der Nähe der Stadt, welchen ebenfalls Königin Amalie angelegt hat. Herr Pachi, der Deputirte von Artha, ist der jetzige Besitzer. Eine grosse Gesellschaft hatte sich für den Nachmittag eingefunden. Wir wurden nach rechts und links vorgestellt. Wer die Menschen alle waren, ichweiss es nicht. Nur der Name der auffallend schönen Frau von S. ist mir im Gedächtnisse geblieben. Ihr Mann war längere Zeit Secretär bei der griechischen Gesandtschaft in Wien.
Der Besitzer des Gartens hat Alles in dem Zustande erhalten, wie es die Königin Amalie verlassen hat. Das Gartenhaus mit dem grossen blauen Salon, in welchem eine scheussliche Gothik an den Wänden und Decken gemalt ist. Das bairische, oldenburgische und griechische Wappen ist noch vorhanden; noch steht der Maierhof und der Geflügelhof. Pietätvoll ist Alles gelassen worden, wie es war.
Zu Tisch waren wir bei Baron K. und seiner liebenswürdigen Frau.
2g. April. Tatoi, der Sommersitz des Königs, war das Ziel des heutigen Ausfluges. Man fährt bis Kephisia mit der Bahn, welche an einer Strasse Athens ohne Stationsgebäude beginnt. Die erste Haltestelle ist das Dorf Patissia mit zahlreichen von Bäumen und Gärten umgebenen Villen der Athenienser. Dann zweigt der Flügel, welcher zu den Berg-