Den Nachmittag verwendeten wir zu einem Ausflug nach Skutari, der asiatischen Vorstadt Constantinopels. Das Wetter war zwar unfreundlich; wenn man aber nur kurze Zeit in einem Orte sich aufhält, darf man sich aus einigen Streifregen und kühlem Winde nichts machen; man muss die Zeit benützen. Von der neuen Brücke fahren die kleinen Dampfer ab, welche die Verbindung mit dem jenseitigen Ufer unterhalten. Ohne Rücksicht auf die vielen Kaiks, die von Stambul nach Galata fahren, durchschneidet das Dampfboot die Fluthen; die Dampfpfeife warnt, die Kaiks weichen aus, manchmal hält man, um ein Segelboot vorüber zu lassen, welches nicht rasch genug die Segel einziehen konnte, um seine Fahrt zu hemmen. In einer halben Stunde legen wir auf asiatischem Boden an.
Skutari ist eine bedeutende Stadt, beinahe ausschliesslich von Türken bewohnt; längs des Ufers schliessen sich unmittelbar andere grosse Orte an, wie Haidarpascha, Kadikioi und so fort. — Wir nehmen Wagen, um nach Bugurlu zu fahren, wo ein berühmter Aussichtspunkt uns anzieht, denn in Skutari selbst ist nicht viel zu sehen. Die Moscheen sind in diesem Monate des Nachmittags nicht zu besuchen. Zwischen Gärten und Villen verschiedener Paschas und reicher Peroten zieht sich die Strasse ziemlich steil hinan. Beim Orte Bugurlu hat die Fahrt ein Ende. In einer Viertelstunde ist man auf dem Gipfel des kahlen Berges, an den sich das freundliche Dorf mit den vielen Gast- und Kaffeehäusern, der beliebte Ausflugsort Constantinopels, anlehnt. Die Aussicht ist grossartig. Die grosse Hauptstadt breitet sich am jenseitigen Ufer aus; die Cypressen unterbrechen ernst die grell beleuchteten Häusermassen; das Meer ist belebt von Schiffen jeder Grösse, der Bosporus öffnet sich gegen Norden, eingesäumt von Orten, Häusern und Gärten, das Marmara-