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meer funkelt und glänzt; die Prinzeninseln im saftigen Grün; die Berge Kleinasiens mit der weissen Spitze des Olymps von Brussa ergänzen das Bild.
Durch den grossen Friedhof von Skutari kehrten wir zurück; es ist dies ein Wald alter Cypressen von grosser Ausdehnung, aus dessen Schatten viele Tausende Grabsteine hervorleuchten. Aufrecht stehende Steine mit Turban oder Fez bekrönt, wenn es ein Männergrab, oder spitz, meist in ein
Blatt auslaufend, wenn eine Frau hier bestattet ist. Ernst und feierlich ist dieses Heim der Todten, und doch voll von Leben: denn nicht blos der trauernde Angehörige besucht den Wald, nein, die ganze frohe lebenslustige Bevölkerung ergeht sich in demselben ; Wege und Strassen führen durch.
5. Mai. Der Morgen liess sich schlecht an, es goss in Strömen, doch bald brach die Sonne aus den Wolken hervor, und der tiefblaue Himmel lud zu einem Ausflug ein. Wir bestiegen den österreichischen Avisodampfer „Taurus“, der unter dem Commando des Corvettencapitäns Mört im hiesigen Hafen stationirt ist, und stachen in See. Am Friedhof in skutari. Es war Sonntag, zugleich