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das griechische Fest des heil. Georg; eine Menge Ausflügler in Dampfern und kleinen Barken steuerte demselben Ziele zu wie wir: Prinkipo, der grössten der Prinzeninseln. Vier grosse Inseln, Proti, Antigoni, Chalki mit grosser griechischer Handelsschule und türkischer Marineakademie und Prinkipo, sowie fünf kleine bilden eine Inselgruppe, welche dem Golfe von Ismid vorgelagert ist. Längs der Festlandsküste stösst ein grosser Ort an den andern, während sich auf Prinkipo eine freundliche Villenstadt erhebt. Viele reiche Peroten haben hier Sommerhäuser, in denen sie den Monat Mai zubringen, denn später wird es hier zu heiss.
Das Klima ist viel milder als am Bosporus, die Vegetation eine üppigere, doch den Palmen haben wir bleibend Lebewohl gesagt, denn auf diesem wohlgepflegten fruchtbaren Eilande kommen keine mehr vor. Grosse Hotels stehen gastlich geöffnet, gut gehaltene Strassen führen auf die Höhe und um die Insel herum. Kleine Fischeransiedlungen liegen verborgen in malerischen Buchten. Eine festlich gekleidete Menge, vorwiegend Griechen der unteren Classen, lustwandelte auf den Strassen, lagerte in Wald und Gärten bei den vielen primitiven Schänken. Drehorgel, Geige und Tambourin erklang; im Kolo schritten tanzend Männer und Frauen: es war ein Volksfest. Auf dem Gipfel des einen der beiden Berge ist ein griechisches Georgskloster, neben demselben ist ein Wirth vollauf beschäftigt, die durstige und hungrige Menge zu befriedigen. Ueberall erschallt Musik, Gesang und heiteres Lachen. Es ist ein prachtvoller Platz mit herrlicher Aussicht auf das asiatische Festland, auf Inseln und Meer und auf die ferne Hauptstadt, deren Fenster, von der Sonne beschienen, wie Diamanten funkelten. Die Höhen der Insel sind mit Strauchwerk überzogen, zwischen welchem der nackte Stein hervorleuchtet; tiefer sind Kiefern-