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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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gerüche aller Art, Zelte und Glaswaaren, kupferne Schüsseln und Kannen: kurz Alles, was der Mensch braucht und nicht braucht, wird hier in langen Reihen ge­kauft und verkauft. Dazwischen klappert der Geldwechsler, ruft der ambulante Esswaarenverkäufer seine Waaren aus. Es ist ein eigenthüm- liches Leben, Feil­schen und Handeln. Von Laden zu Laden wird man gelockt. Man braucht Zeit, denn man muss vor­erst einen Ueberblick gewinnen und jeder

Stillleben aus dem Bazar in Constantinopel.

Handel fordert langes Reden und Ueberzeugen.

Der liebenswürdigen Bemühung unserer Botschaft ge­lang es, selbst die Thore des alten Serai mit seinen Samm­lungen und die kaiserlichen Schlösser zu öffnen, trotz Ra- masan und Fasten. Ein Adjutant des Sultans erwartete uns am Orta Kapu (das mittlere Thor); zwei spitze Thürme überragen diesen gefährlichen Eingang, wo so mancher Ve­zier und Pascha, der die Gunst des Grossherrn verwirkt hatte, gemordet wurde. Der Thorweg heisst daher auch heute