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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
Entstehung
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schwarzem Stein sind die Bögen geformt ; welche Decken und Kuppeln tragen. Stein und Holz wurde benutzt; um in feinster Filigranarbeit die Thore, Kanzeln und Pulte zu bilden. Auf der einen Seite stösst ein Friedhof an die Moschee, auf der andern befindet sich der von Arkaden umgebene grosseVorhof.

Der Weg zum Hotel führte am Bazar vorbei; rasch wurden noch zwei Teppiche erstanden, dann aber der Ab­schluss gemacht mit der Orientreise und all ihren Ver­suchungen.

Für vierzig Stunden sind wir eingepfercht im Orient­express. Vorbei ist die Poesie der Reise. Geschäftsmässig, ein nummerirtes Gepäckstück, durcheilen wir den Balkan.

Noch einen Blick auf den Bosporus, das alte Serai, das asiatische Ufer. Dann erscheint im Dunkel der Nacht das Schloss der sieben Thürme mit den Mauern der Stadt; das Marmarameer beschienen vom Monde. Von St. Stephano an war es finster, und erst bei Trnowa-Semenly erwachten wir am io. Mai.

Wir hatten Adrianopel verschlafen, hatten, ohne uns dessen bewusst zu sein, bulgarischen Boden betreten. Die Bahn folgt dem Laufe derMaritza, welche, von den Frühjahrs­regen hoch angeschwollen, an manchen Stellen aus ihren Ufern tritt. Eine weite, fruchtbare Ebene, dem Reis- und Getreidebau gewidmet; die beschneiten Höhen des Balkan; Philippopel, die auf zwei Hügeln aufgebaute alte Bulgaren­stadt, .Sitz der ostrumelischen Regierung, bis Fürst Alexander Ostrumelien mit Bulgarien vereinigte; ärmliche Dörfer, aus langen Reihen von Lehmhütten bestehend; weidende Rinder und Pferde; der Landmann, auf den Feldern beschäftigt setzten das Bild zusammen, an dem wir vorüberzogen.

Ein Separatzug mit den Ministern Bulgariens, die sich nach Trnowa zur Eröffnung einer Bahnstrecke begaben, hält auf einer Station; der Fürst wird Samstag ebenfalls zur Feier­lichkeit eintreffen.