BRÜDER STRAKOSCH
FEIXTUCH- UND SCHAFWOULWAAREN-FABRIK
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ieses Unternehmen wurde im Jahre 1855 von den Brüdern Jonas, Moriz, Isidor, Sigmund, Bernhard und Eduard Strakosch begründet. Jonas Strakosch hatte bereits im Jahre 1845, gemeinsam mit seinem Vater Salomon Strakosch, eine Schafwollwaarenfabrik unter der Firma Salomon Strakosch & Söhne gegründet, aus welcher er bei dem Anlasse der Gründung- der Firma Brüder Strakosch austrat. Der
lläl Firma gelang- es durch die Tüchtigkeit ihrer Inhaber, durch die Solidität der Geschäftsführung und durch die besondere Schönheit und Vollendung ihrer hochfeinen Erzeugnisse sehr rasch zu hohem Ansehen zu gelangen und auch einen sehr belangreichen Export, insbesondere nach Deutschland und Amerika, zu erzielen.
Der Gesellschafter Moriz Strakosch schied 1872 aus, ihm folgte Sigmund Strakosch, der im Jahre 1873 starb. Im Jahre 1883 trat Eduard Strakosch aus der Firma und im Jahre 1888 starb Jonas Strakosch, der sich in jeder Beziehung besonderer Achtung in der Geschäftswelt und in den Reihen seiner Mitbürger erfreute. Jonas Strakosch bekleidete wichtige und hervorragende Aemter und wurde von Sr. Majestät dem Kaiser durch die Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone und des Franz Joseph-Ordens ausgezeichnet. Die Verdienste, die er sich um die Vertretung der österreichischen Industrie im Auslande erwarb, die ausserordentliche Anerkennung, die er als Repräsentant seiner Firma fand, brachten ihm auch zahlreiche ausländische Ordensauszeichnungen, so den niederländischen Löwenorden etc.
Das Unternehmen wurde nun bis zum Jahre 1895 von den Brüdern Isidor und Bernhard Strakosch geleitet, die sich der Hochachtung und des allgemeinen Vertrauens in jeder Richtung dauernd erfreuten. Isidor wurde im Jahre 1879 durch die Verleihung des Ritterkreuzes des Franz Joseph-Ordens ausgezeichnet. Am 1. Jänner 1895 übergaben Isidor und Bernhard Strakosch die Leitung des Unternehmens ihren Söhnen Felix und Siegfried Strakosch, welche nach Vollendung ihrer allgemeinen und technischen Studien im eigenen Unternehmen und in ausländischen Betrieben sich bethätigt hatten. Das Bestreben der beiden gegenwärtigen Inhaber des Unternehmens ist, den alten Ruf der Firma ungemindert zu erhalten und deren bewährten Traditionen in vollem Maasse treu zu bleiben.
Der Fabriksbetrieb vereinigt in sich eine Wollwäscherei, Carbonisirung, Spinnerei, Färberei, Weberei und Appretur, somit den ganzen Productionsprocess der Schafwollwaare. Die Einrichtungen entsprechen in jeder Beziehung den technischen Anforderungen und zeichneten sich seit jeher in fabrikshygienischer Beziehung durch ihre vollkommene Zweckmässigkeit aus. Die Fabrik erzeugt nach wie vor hochfeine Modewaare und pflegt als Specialität seit Alters her und fast concurrenzlos die Erzeugung von Wlour-Hosenstoffen. Fernere Specialitäten sind weiche Rockstoffe und feine Strichwaare; seit einiger Zeit wurde mit vollem Erfolge die Erzeugung hochfeiner Damenstoffe aufgenommen.
Der ausgezeichnete Ruf, den die Firma für ihre Erzeugnisse im Inlande gewonnen hat, wurde von ihr auch überall aufrecht gehalten, wo es galt, die Leistungsfähigkeit der österreichischen Industrie zu zeigen. Schon bei der Industrie-Ausstellung in Leipzig im Jahre 1850 erhielt die Firma die grosse goldene Medaille und betheiligte sich dieselbe seither an den meisten Ausstellungen, wo sie stets mit den ersten Preisen ausgezeichnet wurde.
Im Jahre 1863 gründete die Firma die Llohenauer Zuckerfabrik in Niederösterreich.
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