So im Jahre 1832 der Bau eines Pressgebäudes und einer Schafwolldruckerei, im Jahre 1835 einer Dampffärberei und einer Kraftweberei von 200 Stühlen, an deren Stelle, nachdem sie im Jahre 1848 von einer Feuersbrunst vernichtet worden war, eine Worstedspinnerei von 5400 Spindeln trat. In den Vierzigerjahren wurde neuerdings die Herstellung beträchtlicher Räumlichkeiten für die F.rzeugung zweier Waarengattungen zur unbedingten Xothwendigkeit. Es waren dies Modestoffe, welche unter der Benennung Orleans und Mohair in England aufgetaucht waren. Johann Liebieg, welcher selbst wiederholt Reisen dorthin unternommen hatte, um sich mit dieser Eabrication an Ort und Stelle vertraut zu machen, verpflanzte den Artikel nicht ohne erhebliche Opfer hieher mit glänzendem Erfolge, der seine anfängliche Ueberzeugung rechtfertigte, dass diese Artikel geeignet seien, die Hoffnung auf einen Massenconsum in Oesterreich zu verwirklichen.
1848 schritt Johann Liebieg an die Erbauung und Einrichtung eines für die Unterbringung der mechanischen Weberei auf 800 Stühlen bestimmten Sheds nach englischem Muster und zu gleicher Zeit an die Errichtung einer Gasanstalt — der ersten in Böhmen.
Diesem Baue folgte dann im Jahre 1850 der eines neuen Druckereigebäudes, sowie im Jahre 1851 die Herstellung der oben erwähnten ersten und einzigen Worstedspinnerei in Oesterreich, die 1866 in grossem Style erweitert und in ein eigenes Gebäude trans- ferirt wurde. Alsbald folgte die Herstellung der den verschiedenen Appretureinrichtungen gewidmeten Räumlichkeiten.
In der Zwischenzeit hatten die Schwingen des jungen, industriellen Genies, dessen Bewegungen bereits die Aufmerksamkeit des In- und Auslandes auf sich gezogen, an Kraft und Umfang derart zugenommen, dass es den Flug über Reichenberg hinaus wohl wagen durfte, um Stätten für neue Unternehmungen aufzusuchen.
Zunächst war es das Ivamnitzthal, das Johann Liebieg zur Anlage eines Wasserwerkes von grosser Dimension auserlesen hatte. In Swarow ward im Jahre 1845 eine Baumwollspinnerei und Weberei, in Haratitz Anfangs der Fünfzigerjahre eine Spinnerei und Zwirnerei gegründet.
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Weberei in Swarow.
Eine weitere Baumwollspinnerei hat Johann Liebieg im Jahre 1856 in Eisenbrod zu erbauen begonnen. Schwierigkeiten aller Art und die in diesen Jahren herrschende Handelskrise beeinträchtigten die beabsichtigte Raschheit des projectirten umfangreichen Baues, so dass erst im Jahre 1862 mit dem schwierigsten Theile, dem Baue
Die Gross-Industrie. IV.
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