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In Italien - Der Suezkanal - Letzte Kämpfe : mit einem Bildnisse / von Alfred Birk
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2. Friedensarbeit

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Eisenbahnen in der Länge von rund 340 Schweizer- stunden genehmigt, von denen aber nur 63 Stunden im Betriebe und 99 Stunden im Baue sich befanden. Öster­reich verhielt sich außerordentlich wohlwollend allen Bestrebungen gegenüber, die bessere Verkehrswege zwischen der Schweiz und der Lombardei zu schaffen suchten. Negrelli war zu Verhandlungen über Straßen­bauten, über Eernschreibanlagen und über Eisenbahn­entwürfe ermächtigt; auch Vorarlberg kam in Betracht; aber nur unmittelbare Verhandlungen über Wunsch des Bundesrates und mit diesem selbst werden als zulässig erachtet; der Gedanke des Einheitsstaates war auch in Negrelli so mächtig, daß er sich beflissentlich über die Kantonsregierungen hinweg nur an den Bundesrat wen­dete. Als im Jahre 1853 die Vereinigung der schweize­rischen Nordbahn mit der ZürichBodenseebahn-Unter­nehmung zur schweizerischen Nordostbahn-Gesellschaft erfolgte, zog Negrelli einen Teil seiner Aktien zurück, um das freiwerdende Geld der italienischen Zentralbahn zuzuwenden, der die Regierung ein Mindesterträgnis von 5 a. H. gewährleistete und der nach seiner Meinung ungewöhnlich günstige Aussichten für die Zukunft sich eröffneten.

In diese Zeit (in das Jahr 1850) fällt die Anerken­nung der Leistungen Negrellis auf dem Gebiete des Eisenbahnbaues durch Verleihung der Eisernen Krone, mit der satzungsgemäß die Erhebung in den Ritterstand verbunden war. Negrelli erbat die Verleihung des Bei­wortesvon Moldelbe in Erinnerung an seine Bauten im Moldau- und Elbetale und die Aufnahme des uralten Familienwappens in den Adelsbrief. Zur Übernahme des Familienadels selbst, der ein Schwert-, aber kein Brief­adel war, konnte er sich nicht entschließen.