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I. In Italien (1848—1855)
Vorteile, welche der k. k. Finanz-Verwaltung aus derselben erwachsen sind, sprechen deutlich genug über ihre Zweckmäßigkeit.“
Vor der Einführung der freien Schiffahrt auf dem Po erreichte der Warenverkehr bis Pavia und Mailand jährlich rund eine Million Meterzentner, die mit Schifffahrtsabgaben in der Höhe von 7 Millionen Lire belastet waren; dazu kam die lange Dauer der Fahrt, für die sogar Dampfschiffe bis zu sechs Wochen benötigten, kamen die vielen Belästigungen und Quälereien, denen die Schiffahrt in den einzelnen Staaten durch die Zollbeamten unterworfen war; die freie Schiffahrt änderte diese Zustände; sie beschleunigte vor allem den Verkehr, indem sie die Reisezeit kürzte; in sechs Tagen fuhren die Dampfschiffe über Pavia und durch den schiffbaren Kanal nach Mailand und hatten für jeden Zentner Last nur 4 Lire anstatt 7 Lire zu bezahlen. Der Verkehr hob sich nun rasch — war doch auch seine Sicherheit weit größer als früher. Die alten, der Schiffahrt so gefährlichen Pfahlbauten bei Piacenza waren durch einen Kanal umgangen worden; Mühlen und andere Bauten, namentlich fliegende Brücken, hatte man so verlegt, daß sie die Fahrt der Schiffe nicht mehr behinderten; auch zur Zeit der großen Dürre war der Fluß tief genug für die schwerst beladenen Boote; Signale kennzeichneten Untiefen und gefahrdrohende Stellen; überall standen bequeme und sichere Anlandungen den Schiffen zur Verfügung; die Ausfahrt ins Meer war ungefährdet; die Nebenflüsse befanden sich im guten Zustande und unablässig arbeitete die Kommission an der Verbesserung des wichtigen Wasserweges, der in seiner ganzen Ausdehnung von Pavia bis ans Meer unter wohlgeregelter Überwachung stand.
So war es Bruck schon 1852 als Direktor des öster-