2. Friedensarbeit
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reichischen Lloyd möglich gewesen, eine Poflottille ins Leben zu rufen. Der Lloyd verpflichtete sich zur Aufstellung einer Flotille aus Dampf- und Schleppschiffen auf dem Po und auf allen, diesen Strom mit Venedig, Mailand und den Lago Maggiore verbindenden Gewässern und Kanälen, um dem fühlbaren Mangel an schnellen, ausgiebigen und wohlfeilen Fördermitteln zu beseitigen. Noch im Laufe des ersten Jahres sollten zehn Dampfschiffe und vierzig Schleppkähne in Betrieb gesetzt werden. Mit Ausnahme der Maschinenführer, Schaffner und Agenten war die ganze Bemannung seitens der österreichischen Regierung durch das k. k. Flo- tillen-Korps beizustellen; die Schiffe wurden als k. k. Kriegs- und Paketschiffe angesehen und genossen besondere Begünstigungen. 15 Die Vorbereitungen für die Poschiffahrt wurden von Seite des Lloyd emsig betrieben; am 14. August 1853 eröffnete der Dampfer „Ferrara“ die Güterschiffahrt; mit drei eisernen Schleppkähnen und mit 43 metrischen Zentnern Ballast verließ er um 5 Uhr morgens Cavanella am Po und langte am 19. August gegen 0 V 2 Uhr abends in Pavia ein, hatte also die ganze Reise trotz sehr ungünstigen Wasserstandes im Po und Tessino in ungefähr 65 Fahrtstunden zurückgelegt; einen Monat später übernahm der Lloyd auf Grund eines sechsjährigen Vertrages mit dem Oberkommando der Flottille den Betrieb auf dem Lago Maggiore, um den Verkehr mit der Schweiz in eigene Hände zu bekommen, und am 30. Mai 1854 wurde auch der Personendienst eröffnet; zu diesem Zeitpunkte standen neun Dampfer im Verkehre, von denen fünf als Schlepper beschäftigt waren; dreißig eiserne und zehn hölzerne Schleppschiffe dienten der Güterförderung; bis Ende Dezember 1853 hatte die Poflottille 139.985 Zentner, zumeist zwischen Triest und Mailand befördert. Eine Ver-