3. Die letzten Jahre in Verona
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verleihen würden, an dem es bei den mangelnden Verbindungsgeiste der einheimischen Qeldkräfte bis dahin leider gebrach . 59
Von Buffallo aus ging Negrelli’s Weg nach Parma und von hier heim nach Verona. Die Dinge strebten einer gewissen Ruhe zu. Die Hitze im Lande wurde unerträglich; die Cholera breitete sich immer mächtiger aus, neunzig von hundert aller Erkrankten fielen ihr zum Opfer, auch Freiherr von Kübeck wurde von ihr jäh dahingerafft; wie ein schwerer Alp lag auf allem und jedem die bange Furcht vor dem unheimlichen Gaste, der so erbarmungslos wütete. Negrelli schickte seine Familie nach Primiero. Von dort begab er sich im Monate August mit Lotti nach Wien; auf der Semmeringbahn herrschte große Unruhe; an Felswänden und Kunstbauten hatten sich Lockerungen gezeigt; man plante Schutz- und Verbesserungsarbeiten, die die Güte und Sicherheit dieses großartigen Schienenweges wesentlich erhöhen sollten, und man dachte daran, wie die „Presse“ meldete, den Verkehr auf einige Zeit einzustellen; die Posthalter zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag hatten bereits die Weisung bekommen, Pferde und Wagen für die Überfuhr der Reisenden über den Paß in Bereitschaft zu setzen; es kam aber nicht so weit; die Bauten wurden während des Betriebes ergänzt und vervollständigt. In Wien erfuhr Negrelli, daß der Ankauf der italienischen Bahnen durch den „Credit mobilier“ eine Verzögerung erleide, weil die französische Regierung jede Ausgabe neuer Art von Wertpapieren der Pariser Börsen eingestellt hatte. Der Credit mobilier unternahm Schritte, um für seine Pläne in Italien die Zustimmung seiner Regierung zu erwirken. Gegen Ende des Monats reisten Negrelli und Frau zur großen „Internationalen Ausstellung“ nach Paris. Ne-