4. Enthebung von der Dienstleistung in Italien
161
wurden sie zu regelmäßig sich wiederholenden Einrichtungen. Ihr anfangs ausschließlich oder doch vorwiegend örtlicher, auf engeres Landesgebiet beschränkter Grundzug änderte sich mit der Zeit; die Ausstellungen gewannen allmählich breiteren Boden und wurden schließlich zwischenstaatliche Ausstellungen, die alle Gewerbeländer zur Vorführung ihrer Erzeugnisse und zur Betrachtung der Erzeugnisse anderer Länder einluden.
Der „Industrie-Ausstellung“ in Paris im Jahre 1844 folgten im nächsten Jahre die „dritte österreichische allgemeine Industrie-Ausstellung“ in Wien und die „Allgemeine deutsche Gewerbe-Ausstellung“ in Berlin; Gent und Petersburg veranstalteten im Jahre 1849 neben Paris mit seiner regelmäßig wiederkehrenden Ausstellung ebenfalls Gewerbe-Ausstellungen; die Leipziger Ostermesse im Jahre 1850 war mit einer Industrie-Ausstellung verbunden. Weit hinaus über den Rahmen dieser Unternehmungen schritt London mit seiner Industrie-Ausstellung aller Völker (1851), der ersten Weltausstellung im neuzeitigen Sinne. Newyork erbat sich drei Jahre später ebenfalls die Teilnahme aller Völker an seiner großen Industrie-Ausstellung. Alle diese Veranstaltungen sollte die Welt-Ausstellung in Paris in den Schatten stellen, die im Jahre 1855 die ganze Welt in der aufblühenden Hauptstadt an der Seine versammelte. Der Industriepalast, für diese Ausstellung neu erbaut, übertraf mit seiner Grundfläche von 82.500 Quadratmetern den Kristallpalast in London, der 1851 alle Länder empfangen hatte, um 2500 Quadratmeter. Abweichend von London war in Paris zum ersten Male mit der Industrie-Ausstellung auch eine „internationale Ausstellung der schönen Künste“ verbunden, für die man einen herrlichen Palast von 25.000 Quadratmeter
Birk. A. v. Neerelli, II.
11