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1. In Italien (1848—1855)
Grundfläche errichtet hatte. Einige tausend Aussteller erschienen mit über 10,000 Nummern auf der von Napoleon feierlich eröffneten Ausstellung. Österreich stand mit 1298 Ausstellern, wenn man von Frankreich absieht, unmittelbar hinter Großbritannien und Preußen, auch auf dem Gebiete der Kunst. In Österreich war die Anteilnahme der Gewerbe und der Kunst kräftig gefördert worden; besonders lebhafte Anteilnahme hatte Baron Bruck bekundet, der in der österreichischen Sonder- Ausstellung vor allem ein Bild über das Verhältnis der Industrie Österreichs zu der des Zollvereins bieten wollte. Der umfassende Bericht des Ministerialrates Dr. Ritter von Hock, des Präsidenten des „österr. Cen- tral-Comitees“, bekräftigte durch die Erfahrungen der Ausstellung die Bestrebungen Brucks, denn Hock, der vor allem den großen Rückstand der gesamten Eisenindustrie und der Maschinenfabrikation beklagte, gelangte zu der bemerkenswerten Folgerung: „Was wir brauchen sind vor allen große geistige und materielle Kapitalien, die wir nach unserer Geschichte und unserem Bildungsgänge unmöglich besitzen können. Wir müssen die geistigen Erfahrungen und Kräfte, sowie die Geldkräfte der großen Kulturvölker, der Engländer und Franzosen, uns anzueignen streben. Einzig durch die Zolleinigung mit Deutschland können wir sie nicht in hinreichendem Maße erwerben!“ Aus solchen Grundgedanken heraus, die damals gewiß nicht unbegründet waren, wird die Bevorzugung, die Österreich im nächsten Jahrzehnt besonders französischem Gelde und französischer Bildung zuteil werden ließ, immerhin begreiflich.
Negrelli fand in Paris allenthalben ein reiches Feld für Studien, die er vorwiegend unter dem Gesichtspunkte ihrer Verwertung für das Bau- und Verkehrs-