2. NeKrelli’s Vorarbeiten für den Suezkanal in Ägypten 239
Die Kommission ging auf keinen der vorgelegten Entwürfe für den Kanal näher ein, sondern beschloß, die Verbindung der beiden Meere an Ort und Stelle zu studieren. Die Studienreise wurde im November angetreten. Negrelli nahm an ihr teil. Am 8. November verließ er Wien; nie war ihm die Trennung von seinen Lieben so schwer geworden; seine Frau war leidend und verstimmt. Die Ereignisse der letzten Monde lasteten schwer auf ihr; ihr Sinnen und Sehnen war immer nach Wien gerichtet gewesen — und sie mag es wie geheime Schuld empfunden haben, daß ihr Gebet sich unter Umständen erfüllt hatte, die ihren Gatten tief niederdrückten. Bis Laibach führte die Eisenbahn, dann mußte Negrelli die Straße benützen; sie war in schlechtem Zustande; die Fahrt im „Curierwagen“ währte von Laibach bis Nabresina von IOV 2 Uhr abends bis 8 Uhr morgens und von hier bis Triest noch 7 Stunden. In Triest war die Bevölkerung in lebhafter Bewegung; Erzherzog Max, der Liebling der Triester, war bei einer Fahrt auf der Promenade von St. Andrea verunglückt; in einer Fischer hätte hatte man ihn gebettet; die Ärzte waren in Besorgnis um sein Leben; der Kaiser war nach Triest geeilt, um seinen Bruder zu besuchen; auch Erzherzog Karl Ludwig kam aus Innsbruck. Negrelli’s erster Gang war zum Erzherzog; er erfuhr zu seiner Freude, „daß es ihm leidlich gehe und Hoffnung auf Erhaltung vorhanden sei“.
Revoltella hatte alles für die Reise vorbereitet; ihm vertraute Negrelli seinen „letzten Willen“ an. Am 9. November trafen K u b 1 y und Dr. Ganz aus Venedig ein; sie reisten mit nach Ägypten, nicht als Mitglieder der Kommission, sondern über deren Einladung als Begleiter Negrelli’s, als Architekt und Arzt für die ganze Gesellschaft. Der Dampfer stach am 10. November in