2. Negrelli’s Vorarbeiten für den Suezkanal in Ägypten 241
wir bei Blitzenschein den Monte Ida bewunderten, wurde das Mittelländische Meer in 42 Stunden traversiert bis hieher!“
Auch in seinem Tagebuche schreibt er unter die Skizze des Hafens von Navarino elegische Worte über den gewaltigen Widerspruch zwischen dem Klange des Namens und der Gegenwart! War doch Navarino das altgriechische Pylos! Knüpfte sich doch an seinen Namen, den ihm zur Zeit seiner großen Bedeutung als Hafenstadt navarresische Abenteurer gaben, mächtige Erinnerungen an den griechischen Freiheitskampf und an die furchtbare Seeschlacht vom 20. Oktober 1827, in der die türkische Flotte von der Flotte der Engländer, Franzosen und Russen bedrängt wurde. Die mächtige Zitadelle, im Jahre 1572 von den Türken erbaut, war längst verfallen; aber auch die neue Festung, meint Ne- grelli, „ist nur eine Miserabilität, schlecht plaziert und schwach gebaut“!
In Alexandrien wurde die kleine, aber auserlesene Gesellschaft auf Befehl des Vizekönigs mit allen Ehren empfangen. Auch der Dampfer, der Lesseps, Mac Clean, Conrad, Renaud und Lieusson brachte, war eingelaufen. Paleocapa und Lentze hielt die Seekrankheit in Malta zurück. Die Konsulen Alexandriens begrüßten die Mitglieder der Kommission, die nach einem „sardanapalischen Dejeuner“ und nach Gegenbesuch bei den Konsuln noch am selben Tage zu ihrer ersten Sitzung zusammentrat, in der Negrelli die von ihm schon im Jahre 1847 veranlaßten Aufnahmen im Hafen von Pelusium, ferner den von ihm ebenfalls im Jahre 1847 ausgearbeiteten, in dem Archive des österreichischen Handelsministeriums aufbewahrten Lageplan des Kanals und einen Übersichtsplan von Suez, der
I3irk. A. v. Nesrelli. II.
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