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Alles gesund ist. Und nun wird das Schiff überfallen von einer Schaar von Kerlen, die schon zu Lande sich um die Gepäcksstücke der einzelnen erst ankommenden Reisenden gestritten hatten. Es ist höchst unterhaltend! Alle Farben der Haut und der Costüme wirbeln durcheinander. Der europäische Rock mit einem Fez, Flanelljacken in verschiedenen Farben mit Aufschriften der Hotels auf der Brust und dann die langen hemdartigen Gewänder der Eingeborenen.
Der Kawass des Consulates, um dessen Absendung ich schon früher gebeten hatte, in reich betresstem Anzuge und mit krummem Türkensäbel und ein Vertreter von Cook & Söhne erwarteten uns. Ihnen wurden unsere Gepäckstücke bezeichnet und in kurzer Zeit waren wir mit all’ unserem Hab und Gut im Wagen untergebracht.
Die Ankunft war nicht freundlich. Es regnete und stürmte und war infolge dessen recht kalt; die Palmen, vom Winde gebogen, verloren all’ ihren Reiz. Das Hotel erscheint in solcher Beleuchtung auch nicht anziehend. Nachmittags hellte es sich auf, es wurde eine Rundfahrt angetreten.
Nun galt es noch von unserem liebenswürdigen Capi- tän Abschied zu nehmen, der sein Möglichstes gethan hatte, um uns den Aufenthalt auf der „Euterpe“ angenehm zu machen.
Und jetzt beginnt Afrika!
Glücklich, ohne visitirt zu werden, kamen wir durch die Zollbehörden durch. Nur eine grosse Kiste, die unsere Sättel enthielt, erregte, wie es scheint, Verdacht, man glaubte, sie sei mit Patronen gefüllt. Als aber das Reitzeug declarirt wurde, konnte auch sie geschlossen bleiben, und so rollten wir denn in das Hotel Khedivial.