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Ueber den Platz Mehemet Ali, auf welchem das von dem Enkel Ismael Pascha gesetzte Monument dieses grossen, gevvaltthätigen Begründers der jetzigen Dynastie steht, ging es zum Schlosse Ras el-Tin und zur Festung, die auf der äussersten Spitze der seinerzeit Pharus genannten Insel
malerisch gelegen ist. Das Schloss ist jetzt in Reparatur begriffen, wird vor dem Untergänge geschützt, während sonst wohl Alles, was arabischen Charakter trägt, ruhig seinem Schicksale überlassen wird. Die Besichtigung ist gegenwärtig nicht gestattet. In der Festung liegt englisches Militär. Stolz schreiten die Rothröcke herum. Die Mütze auf dem rechten Ohre, den kleinen Stab in der Hand, macht jeder Einzelne den Eindruck, als betrachte er sich als einzig berechtigtes Individuum auf der Welt.
Durch die ganze Stadt, theils auf breiten, schlecht gepflasterten Strassen europäischen Charakters, theils durch enge arabische Gassen mit den offenen Verkaufshallen und bodenlosem Koth nach dem Regen der Nacht, fuhren wir zur Pompejussäule, der einzigen Sehenswürdigkeit der Stadt.
Ich gestehe zu meiner Schande, dass mich das Leben und Treiben des Volkes weit mehr interessirt als dieses alte Denkmal, welches wie ein Ausrufungszeichen einer ver-
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Pompejussäule.
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