gangenen Zeit vereinsamt dasteht und gelangweilt durch seine Umgebung niedriger, verfallener Häuser. Ein arabischer Friedhof mitten unter denselben, ein kleiner Hügel, auf dem einige Ziegen Futter suchen, verschiedene Wasserlachen, als Contrast Gasröhren, die auf das Verscharren warten. Diese mächtige Granitsäule mit ihrem imposanten Capitäl wäre in dieser Umgebung wohl nie gesetzt worden.
Längs des Mahmüdije-Canales an Landhäusern und Gärten vorbei, hatten wir Gelegenheit, wieder etwas Volksleben zu betrachten. Da wurden beladene Esel getrieben, Büffel standen im Wasser, Schiffe theils mit geblähten Segeln, theils von drei Männern gezogen, beladen mit Frachten aller Art, viele mit Baumwolle, zogen dahin. Jenseits die niedrigen, kaum menschlichen Wohnungen gleichenden Fellahdörfer, die nach den vielen herumlungernden Kindern zu urtheilen, dicht bewohnt sein müssen. Hier betet knieend, von Zeit zu Zeit mit der Stirne den Boden berührend, ein Gläubiger unbekümmert um Alles, was um ihn herum vorgeht, dort wird man von schwarzen Domestiquen verhöhnt, die an den geöffneten Thoren verschiedener Pa- schavillas sitzen; auch wir lachten über sie und so war Alles heiter. Den Garten des reichen Antoniades, vortrefflich gehalten mit prachtvollen Bäumen und Pflanzen, bewundert. Rosen, Camelien, Daturen, Lantanen in Blüthe.
Antoniades, ursprünglich Grieche, jedoch Sir John genannt und jetzt russischer Unterthan, ein grosser Verehrer unserer Kaiserin, die einmal seinen Garten besuchte, fuhr einmal nach Ischl, wie unser Consul Graf V. erzählte. Einen Korb voll Bananen wollte er der Kaiserin übergeben; da die hohe Frau jedoch nicht anwesend war, fuhr er nach Gastein, bot die Früchte dem Kaiser Wilhelm an, der sie jedoch nicht annahm, und nun erhielt sie Bismarck.