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hinausgeworfen zu werden, und doch bekommt man um dasselbe das Gewünschte, und hat dann natürlich noch das Gefühl, zu viel gezahlt zu haben.
Hierauf Besuch bei Moekl Bey, dem Polizeigewaltigen Cairos; ehemaliger österreichischer Officier. Sehr liebenswürdig, führt er strenges Regiment; es herrscht überall Ordnung. Die Stallungen sauber, Sattelzeug brillant. Die Feuerspritzen in nicht i y 2 Minuten zur Ausfahrt bereit. Alles „Habt x\cht“. Es ist die Ordnung der Heimat im türkischen Kleide. Die Gefängnisse, stark besetzt, besichtigt: ein Winkelwerk von Zimmern, Höfen, Gängen. Eine Menge von verschlossenen Thüren werden passirt. Ueberall präsentirende Schildwachen. Die Gefangenen, immer viele beisammen, da der Platz für Einzelnhaft fehlt, dürfen ihre Teppiche mitbringen; erhalten ihre Nahrung theilweise durch ihre Angehörigen. Alle Freitage dürfen sje von denselben besucht werden. Körperstrafen nur im Falle von Renitenz.
Nachmittag Ausflug nach Martarije. Straussenzucht einer französischen Gesellschaft; ein guter Strauss trägt jährlich einen Erlös bis 1200 Francs.
Der Marienbaum, eine uralte Sykamore, unter deren Schatten die Mutter des Heilands bei der Flucht nach Aegypten gerastet haben soll. Man hat über 2000 Jahre alte Sykamoren gefunden, so dass diese Sage, die sich erhalten hat, wahr sein kann, und mit gläubigem Sinne steht man vor diesem ehrwürdigen Baume. Der Garten, der ihn umgibt, wurde der Kaiserin Plug'enie geschenkt; sie soll ihn wiederum einem Frauenkloster gegeben haben.
Der Obelisk von Pleliopolis ragt als einziges Ueber- bleibsel dieser Stadt hervor. Sein Seitenstück — denn Obelisken wurden stets paarweise gesetzt — fehlt; er ist auf zwei Seiten wohlerhalten, auf den anderen von Bienen,