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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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109
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der Jordan fliesst. Nördlich vom jetzigen Jericho ist ein Hügel,

an dessen Fusse zahlreiche Steintrümmer die Stelle des alten Jericho bezeichnen. Dort war unser Lager aufgeschlagen, bei der frischen Quelle Ain es-Sultän, am Rande des frucht­baren, von Bäumen durchzogenen, mit kniehohen Futter­pflanzen bedeckten Weidelandes, 700 Fuss unter dem Meere. Ein Beduinenlager mit schwarzen, niedrigen Zelten in un­serer Nähe. Aus diesem wollen wir unsere Begleiter für die morgige Jagd nehmen. Der Abend war still, es war bedeu­tend wärmer als in Jerusalem. Schakale heulten in geringer Entfernung; leider war der Mond hinter Wolken, also nichts zu machen.

10. März. Starker Thau, aber warm: wir leben wieder auf. Vergnügt zogen wir zur Jagd hinaus. Mehrere Beduinen gingen als Treiber mit und eine Anzahl Hunde sprang schweif­wedelnd um die Pferde. Bei uns hat man einen andern Be­griff von Jagdhunden; hier sind sie von allen Farben und Gestalten: zwei Windhunde, einige Wolfshunde und einige, bei denen überhaupt keine Race anzugeben ist. Wäre man auf dem Anstand auf Wölfe und Schakale, so würde so mancher dieser Hunde als wildes Thier geschossen werden. Nach einstündigem Ritte kamen wir zu einem trockenen Wasserlauf, in welchem Sträucher, hohes Gras, Schilf und Bäume die Möglichkeit boten, Wild aufzufinden. Wir ver­theilten uns an den Rändern und Hessen die Beduinen mit den 1 Tunden durchgehen. Im Jordanthale gibt es Schweine,Wölfe, auch Panther hie und da: wir hofften daher auf gute Jagd.

Der Trieb begann mit ungeheurem Geschrei; wo das Gesträuch zu dicht ist, werden Steine hineingeworfen, denn die Araber fürchten sich vor Schlangen und weichen dem dichten Gestrüppe aus. Einige Steinhühner waren das Ergeb­nis des ersten Streifens. Eine sumpfige, dicht bewachsene

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