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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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malerisch um Kopf und Hals geschlungen, das Gesicht un­verhüllt. Viele Ringe an den Fingern, silberne Spangen zieren das Handgelenk, grüne und blaue Glasringe über dem Ellbogen. In vornehmer Haltung, mit hochgetragenem Kopfe schreiten sie elastischen Schrittes dahin. Lasten tragen sie durchwegs auf dem Kopfe. An den Männern sieht man zu­meist einen gelben langen Kaftan, darüber eine weiss und braune oder weiss und schwarze Decke. Das seidene Tuch mit Quasten (Kuffize) wird durch eine doppelte dicke schwarze Schnur auf dem Kopfe festgehalten.

In einem nahen Dorfe war Hochzeit; geschmückt und mit langen beschlagenen Gewehren bewaffnet, zog die männ­liche Bevölkerung zu Pferd und zu Fuss dahin, und bald hörten wir die Freudenschüsse knallen.

Die Sonne brannte tüchtig, als wir durch das lange Thal Merzel Ghuruk ritten, zahllose Störche sassen bei einem kleinen See. Bei Kubatieh passirten wir ein kleines Lager. Ein prachtvoller Schimmelhengst stand gefesselt in der Nähe der Zelte; wiehernd hob er die Nüstern, als er uns kommen sah, und tanzte ungeduldig im Kreise.

Nun hatten wir noch einen steilen Berg zu übersteigen, dann zogen wir im engen Thale bis Djenin, wo unser Lager aufgeschlagen war. Es war ein brennend heisser Tag; wir waren um Y 2 8 Uhr Früh von Nabulus aufgebrochen, und es war 5 Uhr Nachmittags vorbei, als wir bei den Zelten an­langten. Djenin, ein netter Ort mit grossen Minarets, dessen oberer Rand eingedeckt ist, liegt am Saume der fruchtbaren Ebene Jesrael, welche sich bis an das Meer zieht. Jenseits der Fläche liegt Nazareth und die Berge Galiläas, der Gilboa und Tabor, sind zu sehen. Schakalgeheule in nächster Nähe lockt uns Jäger hinaus; doch sehen wir keinen trotz der tag­hellen Nacht.

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