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18. März. Eine grosse Karavane aus Damascus langte ein und lagerte sich vor uns. Die Kameele und Esel wurden abgeladen, die Waaren in Reihen geschlichtet, die Zelte aufgestellt. Reges Leben und grosses Geschrei, während die Tragthiere sich bald auf der Weide vertheilten. Dem prachtvollen gestrigen Tage folgte ein Orkan. Der .Südwind fegte über die Berge ins Thal und trieb niedrige dicke Wolken vor sich her. Unsere Zelte wehrten sich gegen den Sturm. Als wir jedoch beim Frühstücke sassen — die anderen Zelte waren bereits eingerollt und das Speisezelt, unter dem wir sassen, war auch schon gelockert —, Anna die Theeschale zum Munde führte, während N. soeben eine Confiture möglichst dick auf das Brot strich, da hob der Wind unser Dach und warf Alles, Zelt und Lebensmittel, auf die Wiese. Lachend mussten wir das Mahl abbrechen, suchten Schutz gegen die Windstösse hinter einer dichten Cactusliecke, bis Alles verpackt war und wir uns auf die Pferde schwingen konnten.
Der Weg nach Llaifa führt in der Ebene am Rande der Berge, deren letzter der Karmel ist, dahin. Der Blick auf das fruchtbare Land soll schön sein, doch sahen wir nicht viel, denn Alles war in Staub und Wolken gehüllt. Das Getreide und Futter wurde zu Boden gepeitscht. Weidende Rinder und Esel standen mit gesenktem Kopfe, den Rücken gegen den Wind gekehrt, da. Neben dem einförmigen Wege streiften wir durch die Felder. Einige Wachteln fielen uns zum Opfer; aber auch dieses Vergnügen wurde uns durch den Wind verleidet. Die ganze breite Ebene gehört einem Bei- ruther, der sie vom Sultan gekauft hat und sie an die Bewohner der Gegend verpachtet. Zahlreiche Bäche entspringen aus den Bergeslehnen, an denen wir hinritten. Bei einer Quelle, leidlich gegen den Sturm geschützt, standen