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Karmelberg, an den sich die Stadt anlehnt, scliliesst mit dem Karmeliterkloster und dem Leuchtthurme und fällt dann steil ins Meer. Wir durchreiten die Stadt, in der deutschen Co- lonie — Templer wie in Jaffa — war unser Lager. Im Schulgarten! An Barren und Reck waren unsere Pferde angebunden. Die ganze blondlockige Jugend des Ortes umstand uns mit grosser Neugierde. Es heimelt Einen an, wenn man mit Kindern in der eigenen Sprache reden kann! Circa 60 nette, reinliche Pläuser stehen in wohlgepflegten Gärten. Wohlthuend sticht die Reinlichkeit von dem Schmutze türkischer Orte ab.
Wir gingen an den nahen Meeresstrand. Schäumend liefen die Wellen das Ufer hinan, unablässig sich folgend und überstürzend; lange weisse Linien springen heran, sich höher und höher bäumend, bis sie das Gleichgewicht verlieren und zusammenstürzend dichten Gischt an das Ufer werfen. Langsam fliessen sie dann wieder zurück, Muscheln, Steine und Sand nach sich ziehend, bis die nächste Welle sie aufnimmt. Das Meer war sehr aufgeregt. Das fällige Lloydschiff kreuzte in der Ferne, ohne sich der Bucht zu nähern; als es bis Abends in der offenen Rhede nicht Anker werfen konnte, nahm es Cours gegen Beiruth. Haifa wird nur vom österreichischen Lloyd angelaufen, und da dieser nur vierzehntägigen Dienst hat, so wird die Ankunft der Schiffe mit Ungeduld erwartet. Uns sollte dieses Schiff Briefe bringen, und jetzt fährt es mit denselben von dannen.
Man klagt in Palästina über den Lloyd; er hält seine Fahrzeiten nicht pünktlich ein, fährt langsam und ängstlich, landet oft nicht, wenn nach Ansicht der Bewohner eine Landung ganz gut möglich wäre. Schon beginnt die englische und französische Concurrenz den Lloyd, der früher im Oriente beinahe das Monopol des Verkehres hatte, zu