i35
schädigen. Es soll in der Leitung ein grosser Schlendrian den kaufmännischen Sinn früherer Zeiten verdrängen.
20. März. Rasttag. Das Lager wird gereinigt, Alles gebürstet, geputzt und gewaschen. Haifa eignet sich trefflich für einen Tag der Ruhe, denn es sitzt sich herrlich am Strande. Die Sonne ist wieder warm, dazu eine leichte, kräftige Seebrise. Das Meer hat sich beruhigt; Akka leuchtet herüber mit dem festungsartigen Bau in der Mitte und dem hohen Minaret. Gärten wechseln mit dem weissen Strande. Die See in schönster Beleuchtung vom lichten Grün bis zum dunkelsten Blau. Eine englische Yacht lief ein, gab den Salutschuss ab und dampfte nach wenig Stunden wieder weiter.
Nachmittags Ausflug auf den Berg Karmel zum Kloster. Seit frühester Zeit war der Berg, wo auch der Prophet Elias, dessen Grotte man in der Kirche zeigt, sich aufhielt, von frommen Einsiedlern bewohnt. Im 12. Jahrhunderte errichtete der heil. Berthold hier ein Kloster, welches aber schon im Jahre 1187 zerstört wurde. Um i63o unter Papst Urban VIII. erstand es von Neuem, um im Anfänge dieses Jahrhunderts abermals dem moslemischen Fanatismus zu verfallen. Dank den rastlosen Anstrengungen des Paters Giovanni Battista von Frascati erhob sich Kloster und Kirche in wenigen Jahren wieder. Ein grosser schöner Steinbau, in dessen Mitte die Kirche mit hoher Kuppel sich befindet. Ueber der Grotte des Propheten Elias erhebt sich der der Mutter Gottes geweihte Hauptaltar. Da die Mohammedaner für Elias eine grosse Verehrung haben, pilgern diese viel zur Kirche, wo ihnen ein kurzer Aufenthalt gestattet wird.
Von der Terrasse des Klosters, wie vom nahen Leucht- thurme eine prachtvolle Aussicht. Der Weg zum Convente, von den Geistlichen sanft ansteigend angelegt, zieht sich