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geschieht, kümmert den Araber nicht; — auch wir wollen uns darüber keine Sorgen machen. Die Wasserläufe mehren sich, aus jeder Mulde, aus jedem kleinen Thale sprudelt ein frischer Bach. An der Quelle des Nähr Ledan, bei dem Hügel Teil el Kadi, wo das alte Dan, die Nordgrenze des Reiches Israel einst gestanden hat, hielten wir Rast unter einer prachtvollen immergrünen Eiche. Es ist keine Quelle, es ist kein Bach, ein Strom ist es, der rauschend und schäumend hervorbricht aus dem dichten Oleanderweiden- und Pappelgebüsche, das den Felsspalt bedeckt; der brausend dahineilt zwischen den Felsblöcken, die sein Bett ausfüllen. Eine amerikanische Gesellschaft, welche seit einigen Tagen in unserer Nähe lagert, trifft nach uns ein; wir haben die besten Plätze besetzt, wo das frische reissende Wasser uns Kühlung bringt, sie müssen etwas höher rasten; doch die Nachtigall, die im dichten Busche ihr melodisches Lied singt, singt es für beide Parteien.
Von hier bis Banyas ist es ein Garten, den man durchreitet. In Feldern und Wiesen stehen mächtige Bäume, theils mit dunklem immergrünen Laub, theils mit dem zarten Grün der neuen Blätter; an allen Sträuchern Blüthen und Knospen. Bäche in Wasserfällen plätschernd und ruhig dahinfliessend überall. Noch einen kurzen steilen Berg hinan, und wir sind bei unseren Zelten im Angesichte von Banyas, einem kleinen Orte, wo der letzte Jordanzufluss entspringt. Ein bäum- und strauchbewachsenes Thal liegt zu unseren Füssen; unten fliesst der Nähr Banyas.
Banyas, das alte Paneas, wurde von Herodes und seinem Sohne Philippus ausgebaut; von Ersterem dem Kaiser zu Ehren Caesarea genannt, erhielt es in der Folge den Beinamen Philippi, um es von anderen Caesareas zu unterscheiden. Hier stand ein Heiligthum des Pan, und in späteren Zeiten ein