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An Kefr Huk, einem malerisch auf einem Berge gelegenen Ort, vorbei. Einige Säulenüberreste eines alten Tempels zu sehen. Mit dem Abstiege in ein enges Thal, in welchem sich kleine Wiesfleckchen und blühende wilde Obstbäume vorfinden, verlassen wir das schroffe, zackige Gebirge. Die Gegend nimmt einen anderen Charakter an, die Berge haben flachere Kuppen, in Terrassen gelagerten Kalkstein. Die Färbung erinnert an die Töne des Mokatamgebirges. Wir erreichten bei Khan Methelun die ausgezeichnete Strasse von Beiruth nach Damaskus in dem Augenblicke, als der Postwagen anlangte und Pferde wechselte. Sechs Pferde waren vor den grossen Wagen gespannt, der stark besetzt war.
Die Strasse wurde nach der französischen Expedition des Jahres 1860 gebaut und wird von der französischen Gesellschaft, welche auch die Postverbindung unterhält, vortrefflich gehalten. Blendend weiss liegt der Kalksteinstaub auf ihr. Der alte Karawanenweg führt daneben und wird noch immer stark benützt, weil man auf diesem die Saumthiere der Zahlung der Mauthgebühren entzieht. Wir verlassen Strasse und enges Thal, um beim Dorfe Dimas das Lager zu beziehen.
Gesang, Tambourinenlaute und Freudenschüsse lockten uns noch spät Abends in das Dorf. Es war eine Hochzeit, zu der wir unter Voran tritt von Lampenträgern durch die finstere Nacht gingen. Im Hause des Bräutigams, eines reichen Bewohners des Ortes, ging es lebhaft zu. Ein grosser Hof, an welchen von zwei Seiten die mit Säulenbögen geschlossene Terrasse der ebenerdigen Häuser stösst. Hochzeitsgäste sassen auf der erleuchteten Terrasse, füllten mit Neugierigen den Hof, in welchem das gesattelte Reitpferd des Besitzers mit einem Fohlen heute wohl der Nachtruhe entbehren muss. Der schmuck gekleidete Bräutigam empfing uns, seine Freude über den Besuch aussprechend, und geleitete uns auf die