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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
Entstehung
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Volksschule und Gymnasium; ja es sind sogar mehrjährige Course für Medicin und Theologie eingerichtet. Reichhaltige Sammlungen, Cabinete und eine grosse Bibliothek fördern Studium und Unterricht. Die Mehrzahl der Patres sind Fran­zosen, doch wirken auch einige deutsche Jesuiten als Pro­fessoren.

Die Sœurs de charité haben neben ihrem Spitale eine Mädchenschule, ausserdem die Sœurs de Nazareth ein grosses Pensionat. Dieses, ein schönes Gebäude mitten in einem aus­gedehnten Garten, liegt auf der Höhe der Stadt. Von der Terrasse des Daches geniesst man einen prächtigen Ueber- blick über Beirut mit seiner Umgebung. In Ras Beirut, dem südlichsten Stadttheile, befinden sich die Schulen der amerikanischen Missionsgesellschaft. Nicht weit von dieser stand der Leuchtthurm, welcher jedoch eines schönen Tages eingefallen ist; ein neuer wird sehr langsam gebaut. Mittler­weile steht der Leuchtapparat auf dem Dache eines Hauses. Die Erhebung über dem Meere ist eine so geringe, dass das Licht nur auf 12 Seemeilen zu sehen ist.

Zahlreiche Säulentrümmer liegen am Meeresufer und auf den Strassen, sonst ist von alten Gebäuden nichts mehr zu sehen.

Beirut wird von Schiffen verschiedener Linien an­gelaufen; österreichische, französische, russische und ägyp­tische Dampfer treffen in je vierzehn Tagen ein. Dann belebt sich der Hafen und bietet Augen- und Ohren-(!?)weide genug. Mit namenlosem Geschrei werden die Reisenden in die Boote gelockt oder bei der Landung von Trägern und Commissionären umringt. Mit lauten Rufen und lebhafter Gesticulation werden Kisten und Koffer bei der Abfahrt wie bei der Ankunft ins Zollgebäude zur Untersuchung gebracht, denn im türkischen Reiche wird ein Ausfuhrszoll von 2 Percent des Werthes