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Das Wetter ward immer ärger. Der Wind pfiff durch die Raaen und Taue, Regen, mit Hagel vermischt, wechselte mit Sonnenschein, tiefziehende Wolken verhüllten zeitweise die Berge des Festlandes wie die Inseln. Die Insel Mytilene (Lesbos) und der Kara Burun des Festlandes rücken immer näher; nun wendet sich das Schiff um dieses schroffe Vorgebirge gegen Südosten in den Golf von Smyrna. Lachende Fluren ziehen sich an den Bergen hinan. Nackte Felsen mit frisch beschneiten Spitzen, Städte und Ortschaften ziehen an uns vorüber. Die Bucht verengt sich mehr und mehr, endlich
Insel Lesbos.
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liegt Smyrna vor uns. Langsam biegen wir in den Hafen, dessen enge Einfahrt bei stürmischem Wetter die grösste Vorsicht gebietet. Die Commandoworte erschallen von der Brücke und werden vom Steuermann wiederholt, die Schraube zieht eine milchweisse Linie im blauen durchsichtigen Wasser und rasselnd fällt der Anker in die Tiefe. Zahllose Boote legen an der Schiffstreppe an, Bootsleute und Hotel-Commis- sionäre bemächtigen sich der Reisenden sammt ihres Gepäckes, und im schwankenden Fahrzeuge geht es zum Zollgebäude. Bald hatten wir auch diese Schranke überwunden; ein reinlicher Gasthof nahm uns auf.