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Der Telegraph bringt die Nachricht von der Geburt einer Nichte. Gott segne und schütze die Mutter und das Kind und lasse demselben noch ein halb Dutzend Geschwister folgen.
Abends noch ein wenig längs der Hafenquais spazieren gegangen. Der neue Hafen wurde von einer französischen Gesellschaft gebaut; er ist klein, die Einfahrt beschränkt. Der alte Hafen ist versandet, dient nur kleinen Fahrzeugen als Zufluchtsstätte.
Kaffeehäuser in unendlicher Zahl liegen in ununterbrochener Reihe 'am Quai, in einigen spielen böhmische Kapellen.
2 i. April. Ostersonntag. Die ganze Nacht wurde Ostern zu Ehren geschossen und stiegen Raketen auf. Alles im festtägigen Gewand, denn in den Stadttheilen, die an den TIafen anschliessen, prävalirt das christliche Element, vorzüglich Griechen.
In der Franziskanerkirche dem Hochamte beigewohnt. Der Vorhof der Kirche mit Fahnen geschmückt; die grosse österreichische über dem Eingänge; wohl ein Dutzend Männer schossen während der Messe unausgesetzt aus langen Gewehren und Pistolen. Unser Consulatspersonale in grosser Uniform nahm die Ehrenplätze ein. Die Kirchenmusik nach italienischem Geschmack in heiteren Weisen. Selbst das Segenlied „Tantum ergo“ klang wie eine italienische Opernarie, wurde aber von einer wundervollen Tenorstimme gesungen. Nach dem Amte verliess der Consul mit seinem Gefolge unter Vorantritt des Kawassen die Kirche. Die Volkshymne erschallte, Freudenschüsse wurden abgefeuert und von der Menge „Eviva 1’Austria“ gerufen. Mit stolzem Gefühle schritten wir mit unseren Kawassen durch die dichten Reihen, im freudigen Bewusstsein, Oesterreicher zu sein, treue Unterthanen unseres geliebten Kaisers.