Stück Smaragd geschnitten ist. Auf dem hohen weissen Turban prangt eine blitzende, funkelnde Aigrette.
In der Nähe des Schatzhauses befindet sich ein Pavillon, welcher eine kleine kostbare Bibliothek enthält, ausschliesslich Manuscripte in türkischer, arabischer und persischer Schrift. Auch einige lateinische und griechische Plandschriften, die noch aus der kaiserlich byzantinischen Sammlung herrühren, sollen hier aufbewahrt sein.
Eines der reichsten kleinen türkischen Bauwerke ist der im Garten befindliche sogenannte Bagdad-Kiosk. Ein viereckiges Gebäude mit weit überragendem Dach, aus welchem sich mehrere Kuppeln erheben, mit seinen schlanken Säulen, mit den farbenprächtigen Fayenceplatten an den Wänden, mit der harmonisch gemalten Holzdecke und den Stalaktitennischen ist das Ganze ein wahres Juwel orientalischer Baukunst. An Thüren und Fenstern reich mit Perlmutter, Elfenbein und Schildkrot eingelegtes Plolzwerk. Schwere Seidenstoffe bedecken die Möbel.
Auf der Terrasse des Gartens, wo die Aussicht am weitesten, wo der Blick sich trunken in Europas und Asiens Schönheit verliert, ward uns, den Gästen des Sultans, Kaffee und Rosenconfiture angeboten. Wir schlürften den Mokka aus goldenen Schalen, während der uns begleitende Adjutant hungrig zusah.
Durch den in Absätzen angelegten Garten stiegen wir zum Ufer hinab, wo ein mit acht Ruderern bemanntes Kaik des Sultans uns erwartete. Die Kaiks sind zierlich gearbeitete lange Kähne, welche den Verkehr im goldenen Horn, von einem Stadttheile zum anderen und zu den nächsten Orten des Bosporus vermitteln.
Je nach der Grösse von einem bis zu zehn Mann gerudert, — nur der Sultan hat zwölf Ruderer — gleiten sie