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pfeilschnell über den Wasserspiegel hin, geschickt den Dampfern und anderen Fahrzeugen ausweichend, welche den Hafen beleben.
An der grossen Treppe des kaiserlichen Schlosses Dolmabagdsche legen wir an. Sultan Abd-ul Medschid baute diesen Palast und verliess die Residenz seiner Vorfahren im alten Serai.
Auf blendend weissem Marmorquai erhebt sich der Riesenbau, ein goldenes Gitter schliesst ihn ab gegen das Wasser. Grosse Thore mit künstlerisch feiner, wenn auch etwas barocker Steinornamentik überwölben die Einfahrten von der Landseite. Ein wohlgepflegter kleiner Garten mit Myrthenhecken, Blumen, Cedern und sprudelndem Wasser umgibt die Residenz, welche jetzt nur einmal des Jahres für den grossen Empfang während des Beiramfestes vom Sultan besucht wird. Dann nimmt der Grossherr in dem prachtvollen, säulengetragenen Riesensaale, der das ganze Schloss überragt, die Huldigung der Würdenträger des Reiches entgegen.
Die Räume des Palastes sind hoch und luftig, kostbare Teppiche dämpfen die Schritte, schwere Seide bekleidet die Wände, an denen manches treffliche Bild hängt.
Das Juwel des Schlosses ist das Badezimmer. Es ist ganz aus dem schönen Alabaster von Beni Suef, ein Geschenk des früheren Khedive. Das Licht fällt gedämpft durch die in die Kuppel eingefügten Gläser ein, es wird aufgefangen von den feinen Säulchen und Ornamenten des gelben, weichen, durchschimmernden Steines.
Der Orientale liebt die Nähe des Wassers und mit vollem Luxus stattet er seine Baderäume aus.
Von Dolmabagdsche übersetzen wir den Bosporus, um das von Abd-ul Aziz erbaute und zeitweise bewohnte Marmorpalais von Bejlerbej zu sehen. Blendend weiss spiegelt sich