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Eine Orientreise / von Fr. Graf Th.-H. Mit 6 Tafeln in Farbendruck und 86 Textabbildungen von Ludwig Hans Fischer und Gust. Schmoranz
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Fort Europa im Bosporus.

Man liebte es in früherer Zeit, die Pracht hinter ärm-

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liehen Pafaden zu verbergen, sonst riskirte man leicht die Sequestration durch den tyrannischen Grossherrn.

Schöne Sitze haben Hamil Pascha, der jüngste Bruder des früheren Khedive, in Bebek und dieser selbst in Emirgian. Ismail Pascha hat selbst in der Verbannung die Liebe zum Bauen und Herrichten sich erhalten. Der grosse Park ist sorgfältig gepflegt, fein besandete Wege führen die Lehnen hinan. Ismail hat Europa gekannt und umgibt sich mit euro­päischer Ordnung und Reinlichkeit. Hätte er nicht zugleich die verschwenderische Prachtliebe und Gastfreundschaft des Orientalen, so wäre er heute noch im Parke von Gezireh Aegyptens glücklicher Herrscher.

An der engsten Stelle des Bosporus ziehen alte Befesti­gungswerke und starke Thürme mit gezackter Brustwehr und crennelirten Mauern das Auge an: Rumeli und Anatoli Hissar. Hier übersetzte Darius den Bosporus, auf einem aus dem Felsen gehauenen Thronsessel verfolgte der Perserkönig den Bau der Brücke. Mohammed II. baute die Schlösser und Thürme vor der Einnahme Constantinopels und zwang mit seinen Feuerschlünden den Schiffen hohen Zoll ab. In die