lassen, die denn auch, ein Shedbau mit Turbinenbetrieb, 1884 mit 144 Stühlen eröffnet wurde; bereits im nächsten Jahre erfolgte ein Anbau für 96 Stühle und 1886 ein Zubau für weitere 62 Stühle. Im Jahre 1892 endlich wurde der Anbau eines zweiten Shedsaales für 144 Stühle ausgeführt.
Allein auch das Stammhaus zu Haindorf hatte zu gleicher Zeit bedeutende Erweiterungen erfahren. Dasselbe hatte seinen Zwecken bis zum Jahre 1882 in dem Zustande genügt, in welchem es Franz Fritsch gekauft hatte. Im genannten
Jahre kam jedoch auf der Westseite des Gebäudes ein Anbau, in welchem Platz für 120 Webstühle geschaffen wurde. Zwei Jahre später wurde an der Ostseite ein Zubau aufgeführt, in welchem die Comptoirs und Zeichenräume untergebracht wurden; ausserdem wurde ein neues Stiegenhaus angebaut. Die nächste Vergrösserung erfolgte 1887 durch Erbauung eines südlichen Flügels, für Vorbereitungsarbeiten bestimmt. 1891 endlich erfolgte die letzte einheitliche Ausgestaltung der Fabrik, indem das alte Ziegeldach zwischen Anbauten von 1882 und 1884 beseitigt und ein Stockwerk mit Holzcement- dach auf die ursprüngliche Fabrik aufgesetzt wurde.
Abermals war inzwischen unter den Firmaträgern eine Veränderung eingetreten. Am 12. De- cember 1890 kam Carl Schulda aus Ober-Meidling bei Wien als öffentlicher Theilhaber in die Firma. Nach dessen im Jahre 1896 erfolgtem Ableben traten seine beiden Söhne Carl und Josef Schulda und die Witwe Friederike Schulda, letztere als Commanditistin, in die Firma ein.
Die Firma »Mechanische Weberei Haindorf Fritsch & Co.« hatte im Jahre 1883 mit der Erzeugung verkaufsfertiger Waare begonnen, für welche im gleichen Jahre zu Wien und Prag eine Niederlage gegründet wurde. Der steigende Absatz bewog die Firmaträger eine weitere Niederlage zu Brünn 1892 zu eröffnen, zu der sich im folgenden Jahre eine zu Budapest gesellte. Um den Bedarf für diese Niederlage zu decken, pachtete die Firma im Jahre 1887 zu Reichenberg eine, Anton Hirschmann gehörige Fabrik, welche mit 206 Stühlen bestellt wurde. Schliesslich erbaute die Firma zu Haindorf 1893/94 eine neue Fabrik, die, 1894 in Betrieb gesetzt, bereits im nächsten Jahre einen zweiten Shedsaal erhielt, wodurch erst die Fabrik ein einheitliches Ganzes wurde. Zu dem summarischen Ueberblick über die innere Einrichtung aller vier der Firma ins Eigenthum gehörigen Etablissements mögen folgende Angaben genügen. Das Haindorfer Stammhaus benützt eine Wasserkraft von 70 Pferdekräften und eine Dampfmaschine von 160 Pferdekräften; die neue Fabrik daselbst eine Dampfmaschine von 525 Pferdekräften. Zu Reichenberg wird eine Dampf kraft von 40 Pferdekräften und im Weisbacher Etablissement eine solche von 140 Pferdekräften und eine Turbine mit 74 Pferdekräften benützt. Während somit die Gesammtstärke sämmtlicher Kräfte 1009 Pferdekräfte beträgt, bedecken die Arbeitsräume aller Fabriken eine Bodenfläche von circa 20.000 Quadratmeter Grundfläche. Ueberall ist elektrische Beleuchtung eingeführt, die (im Ganzen genommen) vier Dynamos besorgen, welche zusammen 3000 Lampen ä 16 Kerzen speisen. Insgesammt besitzen die vier Etablissements 1356 Webstühle, mit allen nöthigen, der Neuzeit entsprechenden Hilfsmaschinen für Erzeugung von Damen- und Herrenmodewaaren.
Die Production beträgt bei vollem Betriebe circa 4,000.000 Gulden. Die Erzeugnisse werden ebenso in Oesterreich- Ungarn abgesetzt, wie im lebhaften Export nach Amerika, Asien, Afrika und den meisten Staaten Europas.
Die Firma beschäftigt circa 1200 Arbeiter, für die ausser den gesetzlich gebotenen Wohlfahrtsanstalten noch anderweitige humanitäre Einrichtungen bestehen. Ein Beweis des guten Verhältnisses zwischen der Firma und ihren Arbeitern ist, dass viele Arbeiter mehr als 20 Jahre der Fabrik angehören.
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Stammfabrik in Haindorf.
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