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E. HEINTSCHEL & CO.
K. K. PRIV. DRUCK- UND WOLLWAAREN-FABRIKEN
HEIXERSDORF UND BÄRNSDORF IN BÖHMEN.
er Gründer dieser Firma, Felix Heintschel Edler von Heinegg, wurde im Jahre 181 g als Sohn eines kleinen Weberfactors in Heinersdorf bei Friedland geboren. Nachdem er die Volksschule besucht hatte, trat er als Gehilfe in das Geschäft seines Vaters und war dort als Spuler und Weber thätig. Einige Jahre darauf machte er sich selbstständig und war schon mit 22 Jahren Besitzer einer grösseren Factorei in Tschernhausen. Zu gleicher Zeit webte er auch für eigene Rechnung Jacquard-Damast- châles, Laufteppiche u. dgl. m.
1850 übersiedelte Heintschel nach seiner Heimatsgemeinde Heinersdorf und befasste sich hier hauptsächlich mit der Lieferung von Baum-, Halb- und Ganzwolhvaaren für eigene Rechnung an verschiedene Fabriken in Warnsdorf, Kratzau und Reichenberg. Heinersdorf war damals noch ein kleines, unbedeutendes Dorf, dessen Bewohner, sowie diejenigen der umliegenden Ortschaften, soweit sie nicht Landwirtschaft trieben, sich durch Flachsgarnspinnen aut der Handspindel kümmerlich ernährten. Das Rohmaterial (Werg) wurde in dem benachbarten Schlesien geholt, und das handgesponnene Garn wieder dorthin verkauft. Ausserdem erzeugte man noch in geringem Umfange baumwollene Stoffe, wie Cottone, Calicos, Nankings auf Handwebstühlen für auswärtige Factoreien.
Im Jahre 1852 associirte sich Felix Heintschel mit seinem jüngeren Bruder Eduard und beide gründeten zu der bestehenden Weberei eine Handdruckerei und Färberei. Ihre Haupterzeugnisse waren nun gefärbte und bedruckte Kleiderstoffe, Tücher und Châles mit und ohne angeknoteten Fransen, welche sie durch ihre Niederlagen in Prag und Wien zum Verkaufe brachten. Sie besuchten ferner auch die Märkte in Ivöniggrätz, Jicin, Pilsen, Brünn u.s.w. und traten in directe Verbindung mit den Consumenten, deren Bedarfsartikel und Geschmack sie auf diese Weise kennen lernten. Freilich waren die Anfänge ihres Unternehmens noch so klein, dass von einem eigentlichen fabriksmässigen Betriebe kaum die Rede sein konnte.
Im Jahre 1857 starb Eduard Heintschel, nachdem er schon viele Jahre hindurch vergeblich gegen ein hartnäckiges Lungenleiden angekämpft hatte. Felix Heintschel führte nun das Geschäft für seine eigene Rechnung weiter. Mit eisernem Fleiss, Umsicht und Ausdauer verstand er es, sein junges Unternehmen immer mehr zu kräftigen und es mit Energie und Geschick über kritische Perioden und schwere Kriegszeiten hinweg zu leiten. Schlechte Ernten und unglückliche Elementarereignisse, wie schlimme Kriegsjahre und die sich dadurch mehrenden Fallimente,
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