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Die Groß-Industrie Oesterreichs : Festgabe zum glorreichen fünfzigjährigen Regierungs-Jubiläum seiner Majestät des Kaisers Franz Josef I. dargebracht von den Industriellen Österreichs 1898 ; Vierter Band
Entstehung
Seite
172
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in Haratitz 2 Turbinen von 140 und eine Dampfmaschine von circa 500 indicirten Pferdekräften, » Swarow 2 » » 400 » » » » » 300 » »

Dampfkessel sind im Betriebe:

in Reichenberg 18 mit circa 2600 Quadratmeter Heizfläche,

» Eisenbrod

7 »

»

820

»

» Haratitz

3 »

»

300

»

» Swarow

3 »

»

300

»

» Mühle

1 »

»

12

»

Was nun den Absatz anbelangt, so findet derselbe zunächst in allen österreichisch-ungarischen Ivronländern durch eigene Reisende statt und wird durch die Fabriksniederlagen in Wien, Prag und Linz vermittelt.

Exportirt wird hauptsächlich nur die Druckwaare, und zwar nach Deutschland, England, Schweden, Russ­land, Spanien, Italien, Türkei, Aegypten, Indien und Amerika, und werden diese Geschäfte durch Agenten an den einzelnen Handelsplätzen vermittelt.

Es erübrigt noch zu erwähnen, dass die Firma ausser den industriellen Etablissements noch über 100.000 Joch Waldbesitz in Galizien verfügt, bestehend aus den fünf Domänen Solotwina, Borynia, Podbuz, Maydan und Barczyce.

Auf denselben befinden sich 6 Dampfbrettsägen, die über 50.000 Cubikmeter Holz verschneiden, das im In­lande und in den Mittelmeerstaaten abgesetzt wird. Die zum Betriebe nöthigen Motorenkräfte betragen 6 Dampf­maschinen von 240 indicirten Pferdekräften und 12 Dampfkessel. Das Personal zerfällt in 3 Gruppen:

1. Forstpersonal 208 Mann; 2. ständige Säge- und Lagerarbeiter 307 Mann; 3. durchschnittlich im Walde beschäftigter, fluctuirender Arbeiterstand 864 Mann.

Dem Grundsätze des Gründers der Firma, für die Untergebenen möglichst viele Erleichterungen zu schaffen, sind auch die Nachkommen treu geblieben. So übernahm die Firma, als 1888 von der Regierung die Betriebs- krankencassen und die Unfallversicherung eingeführt wurden, die vollständige Bestreitung der gesammten Kosten; ferner erhalten alle Arbeiter, die 30 Jahre treu im Dienste der Firma standen und dienstuntauglich geworden sind, Pen­sionen in der Höhe des halben Durchschnittslohnes.

Unser allergnädigster Kaiser Franz Joseph I. bezeigte auch in neuerer Zeit wiederholt dem Unternehmen sein regstes Interesse nicht blos dadurch, dass er zahlreiche, dem Hause treu über 50 Jahre dienende Arbeiter mit dem silbernen Verdienstkreuze für ihre Anhänglichkeit auszeichnete, sondern auch dadurch, dass Seine Majestät im Jahre 18g 1 der Firma die hohe Ehre seines zweiten Besuches des Reichenberger Etablissements zu Theil werden liess.

Das Jahr 1892 brachte für die Chefs und die gesammte Beamtenschaft einen besonderen Beweis kaiser­licher Huld, indem der durch drei Generationen erprobte Fabriksdirector Anton König mit dem Ritterkreuze des Franz Joseph-Ordens ausgezeichnet wurde; der Festtag dieser Decorirung wird allen Theilnehmern in Erinnerung bleiben.

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Der neue Spinnerei-Shed in Reichenberg.