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I. In Italien (1848—1855)
gen unterbrachen sie jäh. König Albert hatte am 12. März den Waffenstillstand gekündigt; am 20. März überschritt er den Tessin bei Boffalora; Radetzky griff ihn an und vernichtete am 23. März in der Schlacht bei Novara die piemontesische Armee; König Albert dankte ab und sein Sohn Viktor Emanuel II. schloß mit Radetzky einen Waffenstillstand, der zum Frieden führen sollte. Die Friedensverhandlungen begannen bald danach in Mailand, wohin sich auch Minister von Bruck begab. Negrelli begleitete den Minister. Die Abreise war unerwartet erfolgt; eine Depesche aus Olmütz hatte die Entscheidung gebracht. Zwei Stunden nach ihrem Eintreffen befand sich der Minister mit Gefolge und Begleitung schon auf der Fahrt nach dem Süden. „Der junge Sardenkönig“ — berichtet Negrelli seiner Frau — „zeigt sich sehr loyal, hat in Turin die absurde Kammer aufgelöst, die Armee auf den Friedensfuß gestellt; allein inzwischen ist in Genua die Revolution ausgebrochen und die Republik ausgerufen worden, wodurch er in große Verlegenheit geraten ist. 10 Er muß jetzt nolens volens nach Genua segeln; denn von der Fandseite allein, wo Genua mit 25.000 Mann Piemontesen zerniert ist, kann die Stadt nicht genommen werden und auf die piemontesischen Truppen ist seit der letzten Niederlage nicht viel zu rechnen ...“ Und Negrelli erzählt von dem Sturm auf Brescia und von dem fürchterlichen Blutbade, das Haynau unter den irregeführten Bewohnern angerichtet hat, und wie nun überall Ruhe ist und nur Venedig noch widersteht; Florenz und Rom sollen gebeugt werden; Bergamo hat eine Deputation zu Radetzky geschickt, die auch nach Olmütz will, um die Unterwerfung zu melden; „wenn die Städte einmal anfangen herwärts zu kommen — ich kenne meine Pappenheimer — ist ein Beweis, daß der Groll umgeschlagen