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In Italien - Der Suezkanal - Letzte Kämpfe : mit einem Bildnisse / von Alfred Birk
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I. In Italien (18481855)

werde Dir die Briefe zeigen, die Du mir, seitdem ich Wien verließ, geschrieben Du wirst nicht glauben, Deinem Louis solche Briefe geschrieben zu haben! Er überläßt ihr die Bestimmung des Abreisetages, die Art der Reise, in der Hoffnung, daß sie mit ihrer Mutter als Sachverständige sich beraten wird; schließlich wendet er sich an die Mutter selbst und bittet sie, ihren Einfluß geltend zu machen, damit die Dinge sich freudiger ge­stalten; es ist ein herzinniger Brief, den er da schreibt und der es wohl verstehen läßt, wenn Lottis Mutter einmal äußerte, daß Louis als Mensch sehr achtungswert sei, daß ihm aber als Sohn keiner gleichkomme, freilich auch ihre Kraft ist hier verloren, wo die Natur so mächtig spricht. Lotti fühlte sich wieder Mutter, bange Gedanken beherrschten ihre Seele; mit rührenden Wor­ten schied sie von ihren Lieben in Wienbei Dir zu sein, liebe Mutter, war mir immer die größte Freude und aus Salzburg klagt sie dem Mutterherzen noch ein­mal, wie schwer ihr das Scheiden geworden,denn der Weg ist weit nach Italien, und mir steht eine noch viel weitere Reise bevor ...

Lofti fuhr mit Extrapost; zwei Dienstmädchen und ein Diener begleiteten sie. Die Fahrt ging nach Negrellis Plan über Kemmelbach,* Wels, Salzburg, St. Johann nach Innsbruck, wo die alten Bekannten und Freunde: Duile, Graf von Reisach, Baudirektor Kink die junge Frau herz­lich begrüßten; nach eintägiger Rast ging es weiter bis Sterzing; im Posthause am Brenner empfahl Louis in demIterarium, das er seiner Frau gesandt, Forellen zu essen; die nächste Station war Bozen, dann Trient; die zehnte Nacht sollte sie in Verona im Gasthofe ver­bringen und am nächsten Tage dieLogia, ihr neues Heim beziehen. Am 22. April verließ Lotti Wien am

* Kemmelbach liest südöstlich von Ybbs.