2. Friedensarbeit
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Eisenbahnnetz“ umfaßte die Linie Basel—Olten zur Verbindung der französischen und deutschen Bahnen mit dem Innern der Schweiz, die große Durchgangslinie von Rorschach am Bodensee über Zürich, Solothurn nach Morges am Genfersee mit ihren Zweiglinien über Luzern zum Gotthardpaß und nach Bern, ferner die Linie Rorschach—Chur zur Verbindung des Bodensees mit den bündnerischen Alpenpässen und schließlich mehrere Bahnen örtlicher Bedeutung (Winterthur — Schaffhausen, Bern—Thurn, Biasca—Locarno), im ganzen ein Netz von 135'60 Schweizer Stunden,* dessen Baukosten ohne Bauzinsen bei einspuriger Anlage auf 102,123.000 Franken, bei zweispuriger Ausführung auf 114,243.000 Franken veranschlagt waren. Die Berichterstatter über die Geldfrage standen in ihrem sehr gewissenhaft und belehrend ausgearbeiteten Gutachten auf verschiedenen Standpunkten: Geipy empfahl die Ausführung des Bahnnetzes als gemeinschaftliches Unternehmen des Bundes und der Kantone; Ziegler trat für den Bau der Bahnen durch Privatgesellschaften ein, und zwar unter Zusicherung eines bestimmten Zinsenertrages von seiten des Staates und unter dessen Aufsicht. Dr. Schmidlin und John Coindet untersuchten eingehend den Einfluß der Eisenbahnen auf die nicht gewerblichen Landesteile, jener für das deutsche, dieser für das französische Gebiet, und lieferten zwei Arbeiten, die in der Tat geeignet waren, alle Zweifel, Vorurteile und alle Besorgnisse der öffentlichen Meinung bezüglich der Eisenbahnen und ihrer Wirkung auf das wirtschaftliche Leben der Schweiz zu zerstören.**
* Eine Schweizerstunde = 16.000 Fuß = 1 h engl. Meile = 0‘536 km.
** Die Arbeit Schmidlins ist in der Schweighauserschen Buchdruckerei in Basel (1851), die Berichte Stephensons, Qeipys und Zieglers sind in der Stämpflischen Buchdruckerei in Bern (1850) gedruckt worden.