Einzelstück 
In Italien - Der Suezkanal - Letzte Kämpfe : mit einem Bildnisse / von Alfred Birk
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen

58

I. In Italien (18481855)

zögerung der Schiffahrt bot die Unmöglichkeit, durch den Po di Levante, den abgedämmten nördlichen Arm des Po, in das Meer einzulaufen; die Waren von Triest wurden nach dem Hafen von Chioggia und von hier auf Kanälen nach Cavanella am Po gebracht. Negrelli nahm den Bau eines Hafens am Po di Levante in Angriff und förderte energisch seine Ausführung, deren Vollendung allerdings erst seinem Nachfolger in Verona möglich war. Im November 1855 um das Schicksal der Po- schiffahrt unter Österreichs Herrschaft in Italien zu ver­folgen löste das k. k. Flotillenkommando am Po sich auf und der Lloyd übernahm vertragsgemäß den ganzen Schiffahrtspark; im nächsten Jahre trat der Vertrag vom 28. März 1852 zwischen dem Staate und dem Lloyd außer Wirksamkeit und das Kommando übergab Damp­fer und Schlepper am Po und in der Lagune von Venedig der Gesellschaft zum eigenen freien Betriebe. Im Jahre 1864 stellte der Lloyd den Betrieb vollständig ein und verkaufte alle Dampf- und Schleppschiffe an den Vize­könig von Ägypten_

Ein anderer großer Gedanke, der Negrelli in ganz ungewöhnlicher Weise beanspruchte und dessen Ver­wirklichung auf sein Lebensschicksal nicht ohne Ein­fluß geblieben zu sein scheint, war der eines Schienen­weges, der Mailand und Venedig, also Mitteleuropa und das Adriatische Meer mit der Westküste Italiens, mit Florenz, Rom und Neapel verbinden sollte: also der Ge­danke der italienischen Zentral-Eisenbahn, die nach Negrellis Ausspruch im Kleinen die Aufgabe zu er­füllen hätte, die dem Kanal von Suez im Großen Vorbe­halten sei: den Verkehr der beiden Meere von der Um- segelung der Spitze Italiens zu überheben, wie der Suez­kanal den Verkehr Europas mit beiden Indien und China der Umsegelung des Vorgebirges der guten Hoffnung