4. Enthebung von der Dienstleistung in Italien
163
wesen der italienischen Länder betrieb. In dieser Hinsicht schien ihm eine neue Eisenbahnbauart ganz besonders wichtig, weil sie eine Belebung des Verkehrs durch die Benutzung der vielen breiten Straßen dieser Länder, also auf eine ebenso billige als zweckmäßige Weise zu ermöglichen schien. Es war in diesem „Eisenbahntransport-System der Compagnie des chemins de fer départementaux“, über das er ausführlich dem Ministerium berichtete, zum ersten Male der Gedanke verwirklicht worden, die Landstraßen dem Eisenbahnwesen dienstbar zu machen, ohne die Eigenart ihres Verkehres zu beeinträchtigen. Eine Probestrecke führte von der Place de Ia Concorde zwischen dem Industriepalaste und der langen Avenue längs den elysäischen Feldern auf der Hauptstraße nach St. Cloud; zwei Pferde zogen die großen Wagen, die 72 bis 80 Personen in ihrem Innern, auf dem „Verdeck“ und auf den Plattformen aufnehmen konnten; trotz der großen Belebtheit des Concordiaplatzes und der Straße durch die elysäischen Felder wickelte sich der Betrieb während der Ausstellung ohne Störung und Unfall ab. 69 Ein gewisser An- gelo Lué beabsichtigte, vielleicht über Anregung Ne- grelli’s selbst, in der Lombardei solche Straßenbahnen anzulegen und bewarb sich auch bald nach Schluß der Ausstellung um die Genehmigung hiefür beim österreichischen Handelsministerium, dem Negrelli einen umfassenden Bericht erstattete und alle Pläne aus seiner Privatsammlung überließ.
Auch die Verhandlungen über die Frage des Suezkanales durch die Landengen von Suez nahmen Negrelli in Paris in Anspruch.
Es herrschte Leben und Lust allüberall! Prächtiges Wetter begünstigte die Ausstellung; alle Völker gaben sich in ihr ein Stelldichein und die politischen Verhält-
n*