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II. Der Suezkanal
rieht über die Art der im oberen und mittleren Ägypten anzulegenden Bewässerung. Der Bericht ist in französischer Sprache verfaßt. Nach einer gedrängten Darstellung des Qeländebaues im Niltale beschreibt er die Anlagen, die im mittleren und oberen Niltale geschaffen wurden, um bei Hochwasser die am linken Ufer sich hinziehenden tiefen Landstriche in wirksamer Weise zu bewässern. Dämme teilen das kulturfähige Land in Becken, denen Kanäle das segenbringende Nilwasser zuführen, das längere Zeit in einem Becken verweilt und dann in das nächste, niedriger gelegene abgeleitet oder auch in den Strom zurückgeführt wird, falls dieser bereits wieder gesunken ist. Die Kommission zollt diesen Einrichtungen ihren Beifall und wendet sich dann der Frage der Bewässerung zu, die auf den hochragenden Geländen des rechten Nilufers bis jetzt in ganz unzulänglicher, kostspieliger Art geübt wird, indem Maschinen, von Menschen oder Ochsen bewegt, das Wasser aus dem Nil emporheben. Zwei Wege nennt der Bericht, die zu wirksamer Abhilfe führen können. Die Anwendung von Dampfmaschinen zur Hebung des Wassers und die Anlage eines Bewässerungskanales in Verbindung mit einer Talsperre. Das ersterwähnte Mittel ist in seiner Anlage billig, in seinem Betriebe kostspielig; das letztere ist kostspielig im Baue, billig in der Verwertung; die Kommission stellt einen einfachen Überschlag der Kosten auf und empfiehlt schließlich den Bau eines Kanals; bei Dzebel-Silsilis, wo die felsigen Ufer das Tal verengen, ist die meistgeeignete Lage für die Sperre; der geologische Aufbau des Bodens ist dem Bau des Kanals günstig, dessen zweckmäßige Führung nur eingehende Studien festlegen können — diese aber waren nicht Aufgabe der Kommission. Der Bericht wurde mit Anerkennung und Dank zur