nach dem über den Malaxeuren stehenden zwei Messgefässen gepumpt, aus welchen sie in genau abgemessenen Quantitäten dem Rohsafte zugegeben wird.
Nach beendigtem Einleiten der Kohlensäure in die Saturateure folgt die Filtration des geschiedenen und saturirten Saftes durch Filterpressen. Aus den Saturateuren wird der Saft in einen Behälter abgelassen und mittelst einer Pumpe durch die Filterpressen gedrückt. In diesen passirt der Saft grosse, auf Rahmen gespannte Filterflächen von Leinen und lässt in den Zwischenräumen der Filterrahmen den Schlamm zurück. Der filtrirte Saft ist vollkommen blank, blassgelb und alkalisch, wogegen der Rohsaft trüb und dunkel war, nach Rüben roch und sauer reagirte. Sieben grosse Schlammpressen mit einer Filterfläche von 320 Quadratmetern stehen für die erste Saturation im Betriebe.
Im Wesen besteht eine solche Filterpresse aus schmalen, zerlegbaren Filterplatten und Rahmen, welche durch Canäle untereinander communiciren und mittelst einer Schraubenspindel zusammengehalten werden.
Der Schlamm wird aus den Pressen ausgeräumt und an die Rübenlieferanten zu Düngezwecken abgegeben, da derselbe in landwirthschaftlicher Beziehung seines Gehaltes an Kalk, Stickstoff und Phosphorsäure halber zu diesem Zwecke von hohem Werthe ist. Er enthält die Gesammtmenge der aus den Rüben in den Saft übergegangenen Phosphorsäure (circa 1%) und einen grossen Theil der Stickstoffverbindungen (circa Yj 0 /,,).
Nach der Filtration passirt der klare Saft einen grossen Calorisator und tritt dann in die zweite Saturation ein. In der zweiten Saturation wird der Saft mit etwas Kalkmilch versetzt und wieder mit Kohlensäure behandelt. Nach erfolgter Filtration durch Filterpressen enthält der zweimal saturirte Saft noch ziemlich viel Kalk und wird jetzt in der dritten Saturation durch die Kohlensäure vollständig entkalkt. Für die zweite und dritte Saturation dienen 5 Saturateure, 8 kleinere Filterpressen und 2 sogenannte Wellblechfilter.
Der vollkommen entkalkte Saft wird in einem Calorisator aufgekocht, passirt zwei Wellblechfilter und wird mittelst einer Pumpe als Dünnsaft in die Verdampfstation befördert.
Der Dünnsaft wird in der Verdampfstation zum Dicksaft eingedampft, und zwar wird ihm im luftleer gemachten Raume Wasser als Dampf entzogen.
Vier grosse Verdampfkörper sind in eine Verdampfstation verbunden. Im Wesen sind in der Czakowitzer Fabrik die Verdampfkörper liegende Cylinder von ovalem Querschnitt, in deren unterem Theile sich horizontal liegende Röhren befinden. Diese Messingrohre bilden das eigentliche Heizsystem des Apparates. Bei einem Ende strömt der Dampf aus einer gemeinsamen Kammer ein, passirt die Rohre und tritt bei dem anderen Ende als con- densirtes Wasser aus. Das condensirte Wasser wird durch Pumpen fortgeschafft. Der zu verdampfende Saft umspielt das Aeussere der Heizrohre. Die Verbindung der Verdampfkörper in der Verdampfstation ist derartig angeordnet, dass der erste Verdampfkörper mit den vorhandenen Rückdämpfen der Maschinen, eventuell unter Zuhilfenahme von directem Dampf aus dem Kesselhause, geheizt wird. Der hier erzeugte Dampf heizt den zweiten, der im zweiten Verdampfkörper erzeugte dient als Heizmaterial für den dritten und der im dritten erzeugte heizt den vierten Körper.
Der vierte Verdampfkörper der Verdampfstation steht in Verbindung mit einem Condensator und einer Luftpumpe. Zweck des Condensators ist, durch Einspritzen von kaltem Wasser sämmtliche Brüdendämpfe des vierten Saftraumes in flüssiges Wasser zu überführen; die Luftpumpe hat die im Safte enthaltenen Gase wegzuschaffen. Die Verdampfstation enthält in ihrem Heizrohrsysteme 1200 Quadratmeter Heizfläche, und die Abdämpfe des ersten und zweiten Körpers werden auch zum Anwärmen der Diffusionsbatterie und der früher erwähnten Calorisatoren verwendet.
Der Dünnsaft ist zum Dicksaft geworden, wird durch eine Pumpe aus dem Saftraume des vierten Verdampfkörpers fortgeschafft, durch zwei Wellblechfilter heiss filtrirt und darauf in zwei grossen Vacuumapparaten zur Füllmasse verkocht. Das Filtriren des Dicksaftes wird ausgeführt, um die während der Verdampfung ausgeschiedenen, den Dicksaft trübenden Stoffe zu entfernen. Die Vacuumapparate sind im Haupttheile ebenso construirt, wie die beschriebenen Verdampfkörper, und ihre Heizrohrsysteme werden mit Abdämpfen des ersten und zweiten Verdampfkörpers gespeist.
Das Verkochen des Rübendicksaftes im Vacuum bezweckt die Abscheidung des Zuckers in krystallisirter Form. Der grösste Theil der Nichtzuckerstoffe bleibt dabei in Lösung und kann von den Zuckerkrystallen getrennt werden.
Ein Sud Füllmasse beträgt circa 350 Metercentner und wird aus dem Vacuumapparate in die darunterstehenden flachen Kühlschiffe gefüllt. Nach einigen Stunden wird die Füllmasse aus den Kühlschiffen herausgeschaufelt, und es werden die ausgeschiedenen Zuckerkrystalle von der Mutterlauge getrennt, indem man die Füllmasse mittelst einer besonderen Maischmaschine gleichmässig zerkleinert und in zehn Centrifugen ausschleudert.
Die Centrifugen sind cylindrische, oben offene Trommeln mit durchlochten Wandungen, welche 1000 Touren in der Minute machen. Die Innenseite der durchlochten Trommelwandung ist mit einem feinen Messingdrahtnetz bedeckt und von aussen mit einem feststehenden Blechmantel umgeben.
Sobald die gemaischte Füllmasse in die Centrifuge abgelassen ist, wird dieselbe in rasche Rotation versetzt. Der flüssige Theil wird durch das Drahtnetz in die Trommelwandung nach aussen geschleudert, gelangt in eine am Mantel befindliche Rinne und fliesst ab; die in der Centrifuge zurückgehaltenen festen, gelben Zuckerkrystalle bilden Rohzucker I. Product und werden zur Verfeinerung auf Consumwaare an die Raffinerie abgegeben.
Die durch das Centrifugiren erhaltenen Syrupe werden wieder verkocht, bleiben als dicke, blanke Masse im warmen Nachproductenraume in grossen Reservoiren vier Wochen stehen und liefern dann durch Centrifugiren neue Mengen Zuckerkrystalle, das sogenannte II. Product. Die hiebei gewonnenen Ablaufsyrupe werden als Melasse, welche nicht mehr krystallisirt, der Osmosestation zugeführt.