198
III. In Österreich (1840 bis 1848)
daß ich mich aus dem Lande entferne, obschon ich bereits darum eingeschritten bin. Doch fiel mir auch dieses Einschreiten sehr hart bei solchen schweren Umständen, indem es nicht honorig ist, als Beamter und gut gesinnter Bürger das Land in so entscheidendem Momente zu verlassen. Ich hoffe in den nächsten Tagen, die hoffentlich gute Nachrichten bringen, abreisen zu können. Finde ich hingegen — es ist geboten, diesen Satz wörtlich zu geben — „allarmante Nachrichten und braucht mein Kaiser meine Mitwirkung in was immer für eine Stellung zur Wiedererlangung der furchtbar gestörten gesetzlichen Ordnung im Königreiche Galizien, so versteht es sich von selbst, daß dann jede weitere Rücksicht und Verpflichtung weichen, und ich meine Pflicht als Staatsbürger erfüllen muß.“ Bemerkenswert ist der Schluß des Briefes, in dem er, auf Greueltaten in dem „armen Lande“ nochmals zurückkommend, den Freund bittet^ von seinen Mitteilungen nur vertrauten und vorsichtigen Gebrauch zu machen.
Bekanntlich nahm die Insurrektion in Galizien ein rasches Ende; die Aufständischen ergaben sich, als die Truppen von allen Seiten einrückten, der preußischen Armee. Die Vorarbeiten für die Eisenbahn, die unter dem Eindrücke der politischen Ereignisse von den leitenden Staatsmännern als besonders dringlich erkannt wurde, schritten nun umsomehr vorwärts, als auch ein kaiserliches Handschreiben vom 8. April 1846 deren Ausführung in kürzester Zeit anordnete; auch die Nordbahn wurde veranlaßt — und die günstigen finanziellen Ergebnisse ihres Betriebes drängten selbst dazu — den Bau ihrer Linie bis Bochnia zu beschleunigen. Im Frühjahre 1848 sollte der Bau bis Lemberg auf Staatskosten in Angriff genommen werden; man beabsichtigte, das in Galizien liegende Militär zu verwenden und die Arbei-