Entsprechende Textpassage im Reisetagebuch:
"Bey Gizeh sieht man 3. Piramiden in geringer Entfernung von einander und in verschiedener Größe.- Ihre Form kann man leicht aus der beigezeichneten Skizze erkennen. Es sind ungeheure viereckige Gebäude, welche theils aus großen Kalksteinblöcken, theils aus gebrannten Steinen verfertiget, und von außen mit Granitblöcken oder mit Marmor belegt sind.- Sie laufen von ihrer Grundfläche nach oben in treppenartigen Abstuffungen spitz zu."
"Die Piramiden bei Gizeh in der Nähe Cairo's"Die Darstellung der großen Pyramiden, die der gebildeten Bevölkerungsschichten in Europa in vermutlich seit der napoleonischen Zeit durch Werke wie „Views of Egypt“ und „Description de l’Égypte“ bekannt ist, prägt den Charakter des Bildes. Dabei nimmt die Cheops-Pyramide als wichtigste Pyramide die zentrale Position ein.Links vor der Cheops-Pyramide ist der Kopf der großen Sphinx angedeutet.Unterhalb der Pyramide, zentral im Bild, erscheinen die in Weiß gekleideten Mitglieder der österreichischen Expedition als winziges Detail – ein stilistisches Mittel, das die monumentale Größe des Bauwerks eindrucksvoll unterstreicht.Palmen und Kakteen verleihen der Szene einen exotisch wirkenden Charakter. Allerdings sind Kakteen keine Pflanzen, die in der ägyptischen Wüste heimisch sind. Da sie ursprünglich aus Nord-, Mittel- und Südamerika stammen, deutet ihre Präsenz auf eine ikonografische Vermischung hin. Es ist möglich, dass Carl Junker sich bei der Darstellung von Wüstenpflanzen von Illustrationen aus der „Neuen Welt“ inspirieren ließ.